Die neuen Beschlüsse des Corona-Gipfels in der Übersicht

Nachdem Anfang November der Lockdown "light" von Bund und Ländern beschlossen wurden, kamen die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten gestern erneut zu einem Corona-Gipfel zusammen. Hier finden Sie die neuen Beschlüsse im Überblick.

Private Kontakte und Reisen

Nachdem mit dem Lockdown "light" vor allem der Kontakt in öffentlichen Räumen eingeschränkt wurde, gelten nun neue Appelle für Zusammenkünfte im privaten Raum: Diese sollten auf ein Minimum reduziert werden, da weiterhin ein Großteil der Erkrankungen im privaten Umfeld stattfindet. Private Treffen sollen – auch bei Kindern – daher auf einen festen, weiteren Hausstand beschränkt und freizeitbezogene Aktivitäten weiterhin vermieden werden.

Auch gilt der Appell an die Bürgerinnen und Bürger, geschlossene Räume mit Publikumsverkehr sowie nicht notwendige Fahrten im ÖPNV zu vermeiden. Auch auf Feiern sollte bis Weihnachten grundsätzlich verzichtet werden.

Hotspotstrategie

Die Hotspotstrategie soll Vorzug vor pauschalen Beschränkungen haben: Vor allem in sogenannten Clustern – das können Unternehmen, Glaubengemeinschaften, Familienfeier und Co. sein – ist die Wahrscheinlichkeit eines Corona-Hotspots sehr hoch. Bei positiven Fällen in einem betroffenen Cluster sollen die Quarantäneanordnungen daher künftig rasch ergriffen werden, auch wenn keine weiteren positiven Coronatests vorliegen.

Private Krankschreibungen

Um das Ansteckungsrisiko weiter zu minimieren, sollen vor allem Menschen mit Atemwegserkrankungen die Möglichkeit nutzen, sich von ihrem Arzt telefonisch krankschreiben zu lassen. Er kann auch darüber entscheiden, ob bei Symptomen ein Test angeordnet werden soll. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter der Telefonnummer 116117 immer erreichbar.

Schulen und Betreuungseinrichtungen

Schulen und Betreuungseinrichtungen sollen mit allen Kräften offen gehalten werden, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erhalten. Bund und Länder werden auf der nächsten Konferenz darüber beraten, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich reduziert werden können. Diese wird voraussichtlich am 25. November stattfinden. Mit Rechtsänderungen ist dann zu rechnen.

Schutz von Riskogruppen

Vor allem in den Wintermonaten gilt es, Risikogruppen besonders zu schützen. Personen aus Risikogruppen sollten daher nur völlig symptomfrei besucht werden. Um das Risiko einer Ansteckung für Risikogruppen weiterhin zu reduzieren, sollen gefährdete Menschen ab Anfang Dezember insgesamt 15 FFP2 Masken vergünstigt erhalten. Das ergebe rechnerische eine Maske pro Winterwoche. Weitere Beschlüsse dazu folgen.

Strukturierung von Impfzentren

Die Bundesregierung rechnet damit, dass es im 1. Quartal 2021 einen wirksamen zugelassenen Impfstoff geben wird. Um sich darauf vorzubereiten, sollen die Länder die geplanten Impfzentren und -strukturen so vorhalten, dass eine kurzfristige Inbetriebnahme möglich ist. Zur besseren Koordinierung sollen die Länder dem Bund bis Ende November melden, mit wie viel durchführbaren Impfungen pro Tag sie jeweils aufs Bundesland bezogen planen.

Digitale Systeme zur Kontaktnachverfolgung

Um die Gesundheitsämter vor Ort bei ihrer wichtigen Arbeit von unnötigem Aufwand zu entlasten, hat der Bund mit Partnern digitale Werkzeuge für die tägliche Arbeit (weiter-)entwickelt. Neben Managementsystemen für Kontaktpersonen und Kontaktketten gibt es so auch ein digitales Symptom-Tagebuch sowie ein KI-gestützter Telefonassistent. Dazu gehört auch eine ständige Weiterentwicklung der Corona-Warn-App, um Infektionsketten schneller und umfassender zu erkennen und zu unterbrechen.

Die aktuellen Beschlüsse finden Sie auf der Seite der Bundesregierung