Mit e-Auktionen zur Privatisierung staatlicher Unternehmen

Das staatseigene Hotel Dnipro in Kiew wurde Anfang August per Online-Auktion für 41 Millionen Dollar an ein Immobilienunternehmen verkauft - zum 14-fachen Preis des Startgebotes von 3 Millionen Dollar.

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Die Privatisierung großer staatlicher Unternehmen könnte in den kommenden Jahren eine Milliarde Dollar in den ukrainischen Staatshaushalt spülen, wenn es nach Premierminister Schmygal geht. Dieses Jahr plant die Regierung 435 Millionen Dollar durch den Verkauf von Staatseigentum einzunehmen, zur Hälfte durch "kleine Privatisierungen"  unter 10 Millionen Dollar - und zur Hälfte durch "große Privatisierungen". Shmygal: "Wir haben hohe Erwartungen an große Privatisierungen".
Bis Ende dieses Jahres sollen 780 Staatsunternehmen an den für Privatisierungen zuständigen Fonds für Staatseigentum, übertragen werden. Das wäre achtmal so viel, wie in den vergangenen 15 Jahren. Etwa 40% dieser Unternehmen seien nicht lebensfähig und müssten nach Schätzungen des Fonds liquidiert werden.
Um ausländische Investoren anzuziehen, hat der Fonds für Staatseigentum eine zweisprachige ukrainisch-englische Website eingerichtet.  Jede zum Verkauf stehende Immobilie hat ihren eigenen „Datenraum“ mit detaillierter Beschreibung. Viele dieser Immobilien sind laut Fonds-Chef Dmytro Sennychenko allerdings belastet – sie kommen mit alten Management-, Lieferanten- und Arbeitsverträgen, die nur schwer aufzulösen sind.  Sennychenko bedauert, nicht alle Altlasten von allen 1.500 Immobilien beseitigen zu können. Stattdessen arbeitet sein Team daran, möglichst hohe Transparenz zu schaffen. Der Käufer des Hotels Dnipro etwa lobte den Fonds öffentlich für die Lieferung klarer Informationen zu allen Aktiva und Passiva.

 

Autor: BVMW-Repräsentanz Ukraine