"Wildes Geplapper" Ahlen, 07.11.2017

Kein „betreutes Lesen“ in Power-Point-Präsentationen - Neues Vortragsformat: „Wildes Geplapper“ bei Ostendorf

-pes- AHLEN. Was kann man sich unter „wildem Geplapper“, übersetzt aus dem japanischen „Pecha Kucha“, vorstellen? Sicher keine auf das absolut Wesentliche eingedampften Fachvorträge. Doch genau das ist es. Eine Kostprobe davon gab es am Dienstagabend im Autohaus Ostendorf. Robert Kleinschmidt, Kreisgeschäftsführer des Bundesverbands der Mittelständischen Wirtschaft, lud gemeinsam mit dem Ahlener Industrie- und Wirtschaftsclub und „Pro Ahlen“ zum „Wilden Geplapper“ ein. „Wir wollen mit diesem neuen Format einen Anstoß zu neuen Gesprächen geben“, erklärte Peter Schmidt, Vorsitzender von „Pro Ahlen“, die Idee. Denn dazu ist „Pecha Kucha“ perfekt geeignet. „Es gibt ganz viele ganz unterschiedliche Themenvorträge von nur sechs Minuten Dauer mit nur 20 Folien zur Unterstützung“, erläuterte Robert Kleinschmidt die Spielregeln. Stadtwerkechef Hans Jürgen Tröger machte den Anfang. Gar nicht so einfach, ein Unternehmen wie das seine in so kurzer Zeit zu präsentieren. So wählte er den Schwerpunkt Energie mit dem Titel „Keine Energiewende ohne Mobilitätswende“. Während der sonst eher ruhige Geschäftsführer deutlich schneller sprach als gewöhnlich, tickte die Zeit unerbittlich. Auf der Leinwand wurde der Zeitbalken immer kürzer. Doch Tröger schaffte es, seine Message, ohne sich zu verplappern, rüberzubringen. Nicht schlechter machte auch Timm Ostendorf seine Sache. Thema des Gastgebers war natürlich die „Automobile Zukunft“. Das in sechs Minuten zusammenzufassen, war mehr als sportlich. Etwas atemlos, aber gut strukturiert, widmete sich der MercedesHändler der Frage, wie das Auto der Zukunft aussehen könnte: „Wird es ein rollender Wellnesstempel oder ein privater Kinosaal werden?“ Und: „Wie wollen wir fahren, mit kalter Logik à la Mister Spock oder menschlich intuitiv wie Captain Kirk?“ Das sorgte für Lacher bei den über 70 Zuhörern. Es ging auch weniger um Wissensvermittlung. „Wir brauchen kein betreutes Lesen in den bekannten Power-Point-Präsentationen“, erklärte Timm Ostendorf. „Es werden in kurzer Zeit viele Themen angerissen und daraus können sich nachher die weiteren Gespräche ergeben“, lüftete Robert Kleinschmidt das Geheimnis des „Pecha Kucha“. Für Peter Schmidt sogar so reizvoll, dass er in Erwägung zog, daraus eine Veranstaltungsreihe zu machen.

Quelle: Peter Striederjürgen, Westfälische Nachrichten