2. Veranstaltung Junger Mittelstand - Fokus: Managerhaftung

Nach dem Kick-off im Juli d.J. fand am 28.11.18 das zweite Treffen des Jungen Mittelstands in den Räumen von ottonova, der ersten komplett digitalen Krankenversicherung Deutschlands statt.

Alexander Luhr, ottonova, Mechthild Heppe, BVMW; Foto: H. Heppe

Der Schwerpunkt war diesmal das hochaktuelle Thema „Managerhaftung“. Referent war Prof. Dr. Stefan Freund.

Stefan Freund führte damit ein, dass er die Unterschiede zwischen Arbeitnehmer- und Organschaft-Haftung herausarbeitete. Während die Arbeitnehmerhaftung arbeitsrechtlich gut und risikoüberschaubar geregelt ist, kommen mit dem hierarchischen Aufstieg von Managern in die Organschaft von Unternehmen (Vorstand, Aufsichtsrat, Geschäftsführung) neue Haftungsrisiken auf diese zu. Ab der Organebne haften Manager persönlich ab leichtester Fahrlässigkeit für jede Pflichtverletzung auf Ersatz des entstandenen Schadens. Diese Thematik hat zunehmende Bedeutung seit Ende der 90er Jahre mit stark zunehmenden Fallzahlen.

Prof. Freund empfahl Managern zur Minimierung der Haftungs-Risiken

  1. sich vor Abschluss eines Organschafts-Vertrags umfassend über die Gefahren der Managerhaftung zu informieren bzw. sich unabhängig juristisch beraten zu lassen,
  2. zu versuchen, vertraglich Haftungsbeschränkungen zu vereinbaren (im GmbH-Recht möglich; Haftungsbeschränkung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit),
  3. die Anforderung an ihre Arbeit zu erhöhen (genauer, umsichtiger …),
  4. wichtige Entscheidungen exakt zu dokumentieren,
  5. möglichst die Gesellschafter per Gesellschafter-Beschluss in wichtige Entscheidungen einzubinden und
  6. eine (richtige und geeignete) D&O-Versicherung abzuschließen.

Nach dem Vortrag herrschte unter den mehr als 30 Teilnehmern zunächst eine spürbare Betroffenheit, die sich jedoch schnell in einen intensiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch wandelte.