4. BVMW-Frauenforum „Frauen in Führungspositionen - einsame Spitze“

Am 25. Juli 2019, dem bisher heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, fand das vierte BVMW-Frauenforum in den Räumen der Anwaltskanzlei Beiten Burkhardt, München statt.

Auch mehr als 39° am Abend hielten die rund 100 eingeladenen Damen nicht davon ab, die Veranstaltung zu besuchen.

In ihrem Grußwort wies Mechthild Heppe, Kreisverband BVMW München / bayerisches Oberland darauf hin, dass es nach der Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren und der Frauenquote in Aufsichtsräten großer Kapitalgesellschaften Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung der Geschlechter gäbe, der Nachholbedarf insbesondere für Frauen in Führungspositionen aber immer noch enorm sei, mit nur langsamen Fortschritten. Drei Referentinnen berichteten über ihre persönlichen, beruflichen Erfahrungen auf den Weg an die Spitze.

Caroline Sieverking, geschäftsführende Gesellschafterin des Sieverking Verlags, skizzierte anhand ihrer eigenen Biografie, wie es Frauen gelingen kann, ihren eigenen Weg zu gehen. Leidenschaft für Bücher und die Hilfe weiblicher Vorbilder, Mentoren, Freundinnen und die tatkräftige Unterstützung ihrer Schwiegermutter halfen ihr, Schritt für Schritt neue berufliche Ziele zu erreichen.

Kerstin Schreyer, Bay. Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, beschrieb ihren Weg nach oben als Frau in der Politik und gab Einblicke in die Machtstrukturen einer immer noch von Männern dominierten Welt, in der Frauen nur allzu gerne auf Soziales reduziert werden. Zu dem Weg nach oben gehört eine gehörige Portion Biss und die Wahrnehmung der Spielregeln der „Männerwelt“, um darin mitspielen zu können. Ihr Appell: „Frauen müssen mutiger sein und sich zu Verfügung stellen.“

Im letzten Vortrag des Abends stellte Inge Bell, Medienunternehmerin, Menschenrechtsaktivistin und Preisträgerin „Frau Europas“, eine provokante These auf „Macht ist BÄH! Warum Frauen nicht (so) führen wollen“. Männer glänzen i.d.R. durch Ausübung von Macht, Status und Rang. Frauen dagegen pflegen eher einen kooperativen, nicht hierarchischen Führung- und Kommunikationsstil. Dies sei insbesondere für erfolgreiche Veränderungsprozesse unabdingbar. Bell rief Frauen zu mehr Mut auf und dazu, die männlichen Spielregeln zu kennen und lustvoll zu brechen.

Die drei spannenden Vorträge waren die Grundlage für ein ausführliches nachträgliches Netzwerken und interessante Erfahrungsaustausche.