Kontinentale Globalisierung als Chance

Kontinentale Globalisierung als Chance. „Ich sehe in den Herausforderungen der ´neuen Normalität` die Notwendigkeit der Prüfung aktueller Geschäftsmodelle und weltweiter Lieferketten", sagt BVMW-Mitglied Jens Ceribasic von der CORE MUC GmbH.

Foto: Michael Heilig, MITTELSTAND.BVMW, Jens Ceribasic, Geschäftsleitung, Samira Ceribasic, Kaufmännische Leitung CORE MUC GmbH

Kontinentale Globalisierung als Chance


„Ich sehe in den Herausforderungen der ´neuen Normalität` die Notwendigkeit der Prüfung von aktuellen Geschäftsmodellen und weltweiten Lieferketten".
Jens Ceribasic, Geschäftsführung der CORE MUC GmbH.

NEUE NORMALITÄT
Wie oft haben Sie in den letzten achtzehn Monaten die folgenden zwei Fragen gehört: sehen Sie sich als Betroffener der negativen Umstände, die durch die Pandemie verursacht sind ODER empfinden Sie die aktuellen „Pandemie-verursachten“ Probleme als eine spannende Herausforderung, weil Sie darin eine Chance sehen?
Wir leben mittlerweile in den Zeiten der sogenannten „neuen Normalität“, die sich weltweit durch eine politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Krise kennzeichnet. Um diese Krise zu überstehen, braucht ein Unternehmen eine agile Führung, flexible Unternehmensstruktur, zuverlässige Geschäftspartner, sichere und nachhaltige Lieferketten und geduldige Kunden, die neue Absatz- und Servicewege akzeptieren. 
Das ist an sich für uns Unternehmer nichts Neues, da die „alte Normalität“ so ziemlich viel davon verlangte. Die neue Herausforderung liegt aber gerade darin, dass die „neue Normalität“ in einer Transformationsphase steckt und zweifellos kein absehbares Endstadium und keine Ruhephase zu erkennen sind. Wir – Führungskräfte - laufen in diesem Augenblick durch die Transformationsphase durch, die unsere Resilienz und die Widerstandsfähigkeit unserer Geschäftsmodelle auf eine harte Prüfung stellt. 

NEUE GESCHÄFTSMODELLE 
Die „neue Normalität“ führt dazu, dass man täglich neue strategische Entscheidungen treffen soll, die es zeitnah umzusetzen gilt. Parallel dazu benötigen die alten Arbeitsweisen und Prozesse dringend eine konstruktive Analyse und müssen an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Wir sind Zeugen und beobachten dabei verschiedene Unternehmensentwicklungen auf dem Markt. Einerseits solche, bei denen Unternehmen, die nach vielen erfolgreichen Geschäftsjahren die Schwierigkeit haben, in der aktuellen Corona-Krise überhaupt Fuß zu fassen, weil das alte Geschäftsmodell nicht mehr marktgerecht ist. Andererseits bewundern wir viele starke Bewegungen in der Start-up Szene - Unternehmen, die Gelegenheiten für neue Geschäftsmodelle erkennen und diese in Marktchancen erfolgreich ummünzen. Daher ist (unserer Meinung nach) die „neue Normalität“ nicht nur ein lästiger Status Quo, über welches man täglich klagt, sondern viel mehr eine spannende Herausforderung, die uns neue Marktchancen eröffnet. 

NEUE VERKÜRZTE LIEFERKETTEN 
Eine Krise verlangt immer nach einer Resilienz-Prüfung des aktuellen Geschäftsmodells. Eine globale Krise verlangt zusätzlich nach einer Resilienz-Prüfung der aktuellen Lieferketten. Um die Auswirkung der globalen Krise auf das Geschäftsmodell zukünftig einzuschränken, bietet sich eine lukrative Möglichkeit an: die Verkürzung der weltweiten Lieferketten durch Rückverlagerung nach Europa. Vor allem der Westbalkan wäre ein interessanter Standort der Zukunft. Die aktuelle Corona-Krise hat uns für Anfälligkeiten der weltweiten Lieferketten sensibilisiert. 
Uns, den Unternehmern, dem starken Mittelstand Deutschlands, obliegt es, nach erfolgreichen Lösungen zu suchen, die nicht nur ökonomische, sondern auch soziale und ökologische Anforderungen gleichermaßen erfüllen. Einige Händlerstudien aus 2020 belegen eine 70%-ige Händlerbereitschaft, eigene Lieferketten nach Europa zu verlagern und in dem Zusammenhang, die Nachhaltigkeitsstrategie der Lieferketten neu zu definieren und zu festigen. Zudem zeigt sich in Deutschland eine steigende Konsumentenbereitschaft, für nachhaltig produzierte Produkte und Dienstleistungen mehr auszugeben.

Diese unmissverständliche Faktenlage demonstriert eindeutige Trends, welche uns - die BVMW Mitglieder – motivieren sollten. Sie sollten uns motivieren, gemeinsam tätig zu werden, gemeinsam zu handeln und das rasch und durchdacht. 
Unser Fazit: Die „kontinentale Europa-Globalisierung“ ist eine Chance für uns!

Diesen Text schrieben uns unsere Mitglieder:
Jens Ceribasic, Geschäftsleitung CORE MUC GmbH
Samira Ceribasic, Kaufmännische Leitung CORE MUC GmbH
CORE MUC GmbH
Oberföhringer Str. 198a
D-81925 München
Besucher Adresse: 
Feringastr. 4
D-85774 Unterföhring                                                 
E-Mail: jens.ceribasic@coremuc.de
Telefon: +49 (0)173/704 24 27

Herzlichen Dank dafür!
Ihr
Michael Heilig

 

----------------------------------------

[1] Quelle: HBM, Februar 2021, S. 12, Lieferketten zurück nach Europa, 70% der befragten Händler hinterfragen als Folge der Corona-Krise ihre Supply-Chain-Strategie und 55% haben bereits damit begonnen, ihre Lieferketten zu diversifizieren (Stichprobengröße: 30 der größten Einzelhandelskonzerne in Europa und 3000 Verbraucher in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich und der Schweiz).

Lesen Sie jetzt: