Beherzt! Corona: Positive Geschichten aus dem Mittelstand der Region

"Keine Krise, sondern ein Wendepunkt. Nach dieser Krise wird vieles auch in unserem Arbeitsalltag anders sein". (Dr. Rainer Lächele)

Foto: D.I.E. Firmenhistoriker GmbH. Wege aus der Krise

Keine Krise, sondern ein Wendepunkt.

Nach dieser Krise wird vieles auch in unserem Arbeitsalltag anders sein.

Wir als Historiker kramen in Ausnahmesituationen gerne im Nähkästchen der Geschichte. Unweigerlich fragen wir uns in Zeiten von COVID-19: Wie sind die Menschen früher mit Krisen umgegangen? Welchen Einfluss hat dieses Ereignis auf den Lauf der Geschichte? Wie wird die Menschheit später, im Rückblick, unser Handeln beurteilen? Und was bedeutet das alles für unsere Arbeit im Hier und Jetzt?

Schon das griechische Wort „krisis“ ist nicht unbedingt negativ behaftetet. Es bezeichnet eine Zuspitzung der Ereignisse, den Wendepunkt in einer Geschichte. Wir Firmenhistoriker begriffen, dass diesem womöglich epochalem Ereignis trotz allem Leid auch die Möglichkeit innewohnt, unsere Arbeitsstrukturen zu optimieren und neue, kreative Kräfte freizusetzen. Wir nutzten die Zeit, die wir sonst für lange Anfahrtswege verwenden, dazu, neue Ideen zu sammeln, wie wir Geschichte noch spannender aufarbeiten können. Mehr Virtual Reality-Techniken, innovative Jubiläumskonzepte, interaktive Elemente – in diesen Tagen entsteht das History Marketing 2.0.

Wie alle hat uns Firmenhistoriker Corona mit voller Wucht getroffen. Unser Kalender für dieses Jahr war voll, die Pläne langfristig angelegt. Besprechungen in Unternehmen, Recherchen in Archiven, die Organisation von Jubiläumsfeiern, historischen Ausstellungen, Interviews mit Zeitzeugen – das ist unser Geschäft und unsere Leidenschaft. Doch auf einmal konnte niemand mehr planen. Erstmal stand alles auf Pause. Doch nach der ersten Schockstarre wurde deutlich: Wir sind für diese Krise gewappnet. Mehr noch: Wir können etwas Positives daraus machen. Hat nicht die Vergangenheit gezeigt, dass jede Krise auch eine Möglichkeit in sich birgt?

Dann nahmen wir auch den Gesprächsfaden mit Unternehmen, bei denen große Jubiläen anstehen, wieder auf. Es wurde deutlich, dass, auch wenn vieles unsicher ist, der Bedarf nach einer professionellen Aufarbeitung von Firmengeschichten bleibt. Denn egal, wie die Welt nach Corona aussehen wird: Die Vergangenheit ist ein wichtiger Bestandteil einer jeden Marke. Gut gemachtes History Marketing erzeugt Authentizität und Solidarität – Werte, die nach den Erfahrungen dieser Tage vielleicht noch wichtiger sind als zuvor.

Nach dieser Krise wird vieles auch in unserem Arbeitsalltag anders sein. Homeoffice und flexible Arbeitszeitgestaltung sind bei uns schon seit Jahren selbstverständlich und werden jetzt noch weiter ausgebaut. Auch um das Thema Digitalisierung haben wir uns zum Glück schon früh gekümmert. Unser Team ist im ganzen Land unterwegs, recherchiert in Archiven und Kellern. Die wichtigsten Dokumente und Daten, die wir dabei sammeln, werden auf sicheren Servern gespeichert damit alle, die an einem Projekt beteiligt sind, Zugriff darauf haben. Doch jetzt kommt es darauf an, die Digitalisierung noch besser zu nutzen und weiter voranzutreiben.

Zoom-Besprechungen, Arbeiten mit Mundschutz, Zeitzeugeninterviews auf Distanz - all das gehört wahrscheinlich noch eine Weile zu unserem Arbeitsalltag. Aber hoffentlich auch bald wieder ausgelassene Firmenfeste, gut besuchte Ausstellungen und bewegende Begegnungen mit Menschen. Nur, dass wir all das dann wahrscheinlich noch mehr zu schätzen wissen werden als zuvor.

Diesen Text sendete uns Roman Krüger von unserem Mitglied

D.I.E. Firmenhistoriker GmbH
Geschäftsführer Dr. phil. Dr. habil. Rainer Lächele
73431 Aalen
Tel.: +49 (0)7361 5 24 96 74
Rainer.Laechele@firmenhistoriker.de

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