Pflegefachkräftemangel

Reaktion auf SZ-Beitrag vom 12.02.2020

  1.  Der Fachkräftemangel ist Thema in allen Branchen und überwiegend demografisch bedingt; dabei stehen wir erst am Anfang der größeren Brüche.Jetzt haben wir in der Oberlausitz ca. 220.000 sozialversicherungspflichtige Jobs – 2030 werden in der Oberlausitz  aber 70.000 Bürger weniger sein. Das geht über das erträgliche Maß an Wettbewerb hinaus.
    Ganz davon abgesehen sind wir im Gesundheitsbereich auch in einem hoch regulierten Markt, d.h. wer höhere Löhne will, muss mehr Sozialabgaben bezahlen wollen. Der heute schon übliche Kannibalisierungseffekt bei der Suche nach Fachkräften wird sich verstärken und wird Löhne mit sich bringen, die sich die Mittelständler kaum leisten können.
    Wir sind aber an einem Punkt wo höhere Löhne in der Region für die Mitarbeiterbindung immer weniger bringen – weil die Leute einfach nicht mehr da sein werden und jeder Unternehmer seine Ertragsfähigkeit im Auge haben muss. Manche Politiker und Gewerkschafter vernebeln die Lage und reden im Zusammenhang mit dem Kohleausstieg immer noch über Neuansiedlungen, als ob wir noch in der Zeit vor 2010 wären! 
     
  2. Muss jede Lohnerhöhung, wozu der Staat und andere mit Steuern und Sozialabgaben immer automatisch in wachsendem Maße mit im Boot sind, erstmal verdient werden; da hilft bei den meisten Unternehmen auch kein Druck. 
    Wir müssen als Region produktiver werden, dem regionalen Wirtschaftskreislauf neue Impulse geben und dafür auch viel offener für ausländische Fachkräfte sein! 
    Die Wachstumsbremsen bei den Mittelständlern zu lösen, die für höhere regionale Wertschöpfung das Potential haben, halten wir für die entscheidende Herausforderung.