"Das ist meine Berufung"

DER MITTELSTAND im Interview mit Margit Schmitz, Leiterin der Wirtschaftsregion Köln, Rhein-Erft-Kreis. Auch in der Coronakrise zeigt sie Stärke und Anpassungsvermögen.

DER Mittelstand.: Frau Schmitz, Sie sind seit 16 Jahren beim BVMW aktiv, seit gut einem Jahr sind Sie Leiterin der Wirtschaftsregion Köln, Rhein-Erft-Kreis. Wie sind Sie zum BVMW gekommen?

Margit Schmitz: Ich bin dem BVMW zunächst als offizielles Mitglied beigetreten. Ich kann mich sogar noch an den Anruf bei meinem Vorgänger Peter Schirmacher erinnern. Er meldete sich bei mir, und ich sagte: „Ich will Mitglied werden, was muss ich tun?“ Er musste lachen, da ihm so etwas noch nie passiert war. Wir trafen uns, und ich wurde Mitglied. Kurze Zeit später sprach mich unser NRW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte an und sagte: „Sie brauchen wir.“ Aber ich hatte damals keine Ressourcen. Erst als wir in meinem Unternehmen, der Global GmbH, einen Auftrag verloren hatten, habe ich mich an das Angebot erinnert. Ich habe Herbert Schulte angerufen und gefragt, ob das Angebot noch aktuell sei. So startete ich beim BVMW, führte tolle Gespräche, formte ein schlagkräftiges Unternehmernetzwerk in unserer Region. Mir war schon nach wenigen Wochen klar: Das ist meine Berufung, hier fühle ich mich zu Hause. Und das ist heute noch immer so.

Was macht die Wirtschaftsregion Köln, Rhein-Erft-Kreis aus?

Über viele Jahre waren vor allem große und außergewöhnliche Events mit hochkarätigen Speakern unser Markenzeichen in der Region. Mit Magic Business war zum Beispiel das Roncalli Zirkuszelt ausverkauft. Das Event war im wahrsten Sinne des Wortes einer meiner magischsten Momente in den 16 Jahren beim BVMW. Auch unser Jahresempfang 2019 mit 800 Gästen in der Motorworld ist eine besondere Erinnerung.

Und jetzt? Corona hat uns alle zum Umdenken gezwungen.

Jetzt helfen wir Unternehmen bei der Positionierung, unterstützen sie dabei, sichtbar zu sein. Online-Veranstaltungen sind derzeit Standard und ein Netzwerk-Beschleuniger, allerdings braucht es das richtige Format. Im Februar haben wir unseren ersten Business-Pitch NRW organisiert, für den ich die Verantwortung übernommen habe. Das hat richtig eingeschlagen, und wir sitzen an den Planungen für die nächsten Pitches. Wir sehen jetzt, genau jetzt, welche Kraft und Möglichkeiten der BVMW hat. Wir können just in time in ganz Deutschland Maschinenbauer zusammenschalten. Wir können weltweit mit unseren Auslandsbüros sprechen. Das sind einzigartige Vorteile für unsere Mitglieder.

Wie erleben Sie die Coronakrise bei sich vor Ort?

Das letzte Jahr war in jeder Hinsicht ein Jahr der Superlative. Was gestern meinen Job ausgemacht hat, die Nähe zu den Mitgliedsunternehmen, ist vorübergehend in weite Ferne gerückt. Wir mussten uns in unserer Arbeit, so wie unsere Mittelständler auch, völlig neu erfinden. Wir müssen die Antwort darauf geben, wie die Arbeit in Netzwerken in der Zukunft aussieht. Nach einem Jahr im Pandemie-Modus sind wir aber in einem neuen „Normal“ angekommen: Digitale Veranstaltungsformate und digitale Kommunikationskanäle sind eine Selbstverständlichkeit, für uns und auch für unsere Mitglieder.

Sie engagieren sich leidenschaftlich für den Mittelstand. Woher kommt Ihre Motivation?

Ich habe absolut das Richtige für mich gefunden. Ich liebe es, Teil eines Ganzen zu sein, in dem ich täglich sehen kann, wie sich Dinge zum Besseren verändern. Manchmal bin ich das entscheidende Zahnrädchen, manchmal bewegen mich die anderen. Aber in beiden Fällen fühle ich, dass ich – im Zusammenspiel mit anderen – etwas bewirken kann.

Was macht Ihnen am meisten Spaß bei Ihrer täglichen Arbeit?

Der enge Austausch und die persönlichen Gespräche mit unseren Mitgliedern, das bereitet mir die größte Freude.

Haben Sie ein Motto, das Sie antreibt?

Mein Motto klingt ganz einfach, oft ist aber doch viel Fingerspitzengefühl nötig, um danach zu leben und zu arbeiten: Ich möchte die richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammenbringen. Ich würde sagen, das ist die Königsdisziplin.

Was geben Sie Frauen mit auf den Weg, die sich selbstständig machen wollen?

Traut euch, vernetzt euch, macht Fehler und steht dazu, aber vor allen Dingen: Habt Freude an dem, was ihr tut!

 

Das Interview führte Lisa Richert, BVMW Volontärin Presseabteilung.

Margit Schmitz, geboren in Kreuzau im Kreis Düren, hat nach Abschluss der mittleren Reife die Höhere Handelsschule besucht und anschließend Betriebswirtschaftslehre an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie der Hochschule Köln studiert. Neben dem Studium war sie als Assistenz der Geschäftsleitung eines großen Maschinenbauers tätig. Heute wohnt sie mit ihrer Familie in Köln und ist Leiterin der Wirtschaftsregion Köln, Rhein-Erft-Kreis des BVMW.

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