"Das würden wir jederzeit wieder machen!"

Udo Fielenbach und Marc-André Fielenbach von der joke-Gruppe erzählen, wie sie die Herausforderungen der Corona-Pandemie gemeistert haben.

Die joke-Gruppe ist am Standort in Bergisch Gladbach mit zwei Unternehmen vertreten: die joke Technology GmbH widmet sich der Oberflächentechnik, während die joke Folienschweißtechnik GmbH Maschinen und Anlagen für Folienschweißtechnik herstellt. Die Corona-Pandemie und ihr Einfluss auf die Wirtschaft habe sich auf beide Firmen sehr unterschiedlich ausgewirkt, berichtet Udo Fielenbach, der Geschäftsführer der beiden Unternehmen. joke Technology leide wie viele andere Unternehmen auch und habe deutliche Umsatzrückgänge zu verzeichnen.

Die Mitarbeitenden der joke Folienschweißtechnik hingegen haben eine spannende Zeit hinter sich. Udo Fielenbach befand sich im Frühjahr in Quarantäne, als er mehrfach kontaktiert wurde, unter anderem von der Wirtschaftsförderung Rhein-Berg. Alle Anfragen drehten sich um die mangelnde Versorgung verschiedenster Einrichtungen mit Hygieneartikeln. Nach der dritten Anfrage war ihm klar: „Okay, da müssen wir wohl was tun!“

Ein ganz normaler Montag gab den Startschuss für eine stressige aber unglaublich produktive Zeit. Mittags entstand die Idee, Schutzkittel für Rettungsdienste, Pflegeheime und Kliniken zu produzieren. Die Mitarbeitenden bekamen den Nachmittag Zeit, um über die Umsetzung dieser Idee nachzudenken. Abends lagen den Führungskräften bereits zwei Entwürfe vor. Der Dienstag wurde für Nachbesserungen verwendet und am selben Abend waren zwei unterschiedliche Muster-Kittel fertig. Am Mittwochmorgen fuhr ein Bote mit den Mustern zum Gesundheitsamt und der Wirtschaftsförderung Rhein-Berg. Vormittags standen bereits zwei Vertreter des Gesundheitsamts und der Feuerwehr vor der Tür, um eine Bestellung über 200.000 Kittel zu platzieren. Hier geriet das Team der joke Schweißtechnik deutlich ins Schwitzen. „Wir sind kein produzierender Betrieb, verfügten zu dem Zeitpunkt über keine Anlage für die Produktion und hatten nur ein paar wenige handgefertigte Muster-Kittel vorrätig.“, erinnert sich Udo Fielenbach. Bei händischer Produktion hätten die Mitarbeitenden Monate gebraucht, um so viele Kittel zu produzieren. Zudem sollten die Kittel fair bepreist werden. Auch hier bewiesen die Mitarbeitenden unglaubliche Motivation und Kreativität. Innerhalb eines Tages lieferten die Ingenieure Pläne für eine Anlage, die aus drei verschiedenen Modulen und Anlagen aus dem Lager zusammengesetzt werden sollte.

Gesagt, getan: Zwei Wochen, viele Nachtschichten und ein paar missglückte Anläufe später läuft die Maschine und produziert die Kittel wie erhofft. Doch damit kehrte im Betrieb keine Ruhe ein, eher im Gegenteil – die Anlage lief rund um die Uhr. „Ein großes Thema war die Tatsache, dass wir eigentlich kein produzierender Betrieb sind, sondern nur die Anlagen herstellen. Der logistische Aufwand war riesig!“, erzählt Udo Fielenbach. Nicht nur die Lagerkapazitäten stellten das Führungskräfte-Team vor Herausforderungen, sondern auch die Personal- und Schichtplanung, da von jetzt auf gleich die Produktion rund um die Uhr sieben Tage die Woche betreut werden musste.

Marc-André Fielenbach, Prokurist, Controller und Sohn des Geschäftsführers, erinnert sich deutlich an die Probleme bei der Beschaffung der Folie: „Nachdem wir endlich einen Lieferanten mit akzeptablen Lieferzeiten gefunden hatten, konnte dieser dennoch kaum so schnell nachliefern lassen, wie wir die Folie verarbeiteten. An einem Tag war es so knapp, dass beim Eintreffen der neuen Lieferung bereits die letzte vorhandene Rolle durch die Anlage lief.“

Nach Überwindung all dieser Schwierigkeiten sind Udo und Marc-André Fielenbach sehr zufrieden mit der Entwicklung der joke Folienschweißtechnik GmbH und stolz auf die unglaubliche Kreativität und Motivation ihrer Mitarbeitenden. Außerdem ist das Unternehmen sehr dankbar für die Zusammenarbeit mit dem Landrat, der Wirtschaftsförderung und der Kreissparkasse Köln, da ohne die Anfragen dieser Organisationen und die gemeinsame Ideenfindung eine solch schnelle Umsetzung nicht möglich gewesen wäre.

Das Risiko, das das Unternehmen mit der Investition in Schutzkittel eingegangen ist, zahlt sich deutlich aus. Viele Kunden sind an den Kitteln interessiert und platzieren große Aufträge - ein kurzer Fernsehbericht habe hier einen deutlichen Schub gegeben. Die Anlage zur Herstellung der Schutzkittel aus MDPE-Folie stellt zudem die Grundlage für die Entwicklung einer neuen Maschine dar, die Kittel aus Vlies verarbeitet.

Udo Fielenbach und seine Söhne haben eine ungewöhnliche und spannende Zeit hinter sich, doch der Geschäftsführer betont: „Es war positiver Stress und Erfolgserlebnis für alle Beteiligten – das würden wir jederzeit wieder machen!“

 

Teil 8 der Kampagne „TELL YOUR STORY im Umgang mit Corona“

Veröffentlichung am 24.11.2020

In Kooperation mit

Industriefotografie Steinbach

www.industriefotografie-steinbach.de

 

und

 

joke Folienschweißtechnik GmbH

www.joke-fs.com

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