Abbau von Hemmnissen für kleine Solarstromanlagen jetzt umsetzen!

Das EEG 2021 darf nicht ohne Abbau von Hemmnissen für kleine Solarstromanlagen beschlossen werden.

Der BVMW schließt sich den Forderungen des Verbändeappells zum Abbau von Hemmnissen für kleine Solarstromanlagen im Wesentlichen an. Nachdem die EEG-Novelle 2021 in der Expertenanhörung des Bundestages vom 18. November 2020 in vielerlei Hinsicht zu Recht kritisiert wurde, rückt der Verbändeappell die Kritik am Umgang mit selbsterzeugtem Solarstrom erneut in den Mittelpunkt.

Kleine und mittlere Unternehmen zeigen seit Jahren ein großes Interesse sich größtenteils selbst mit Strom zu versorgen und sind bereit für Investitionen in entsprechende Anlagen. Eine breit angelegte Investitionsoffensive im Mittelstand würde einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten und einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiges Unternehmertum bedeuten. Im regelmäßigen Austausch mit Unternehmern aus ganz Deutschland manifestiert sich die Kritik an den bisherigen Umständen, welche diese Investitionen verhindern:

Die EEG-Umlage ist dazu gedacht, die Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien zu finanzieren. Sie soll nicht dazu dienen, den Ausbau von Photovoltaikanlagen für den Eigenverbrauch massiv zu hemmen. Um dem deutschen Mittelstand die Möglichkeit zur Eigenversorgung zu bieten, sollten PV-Anlagen im Eigenverbrauch mindestens bis zu einer Leistung von 200 kWp nicht mit der EEG-Umlage belastet werden. Dabei ist es wichtig, dass auch bei Anlagen größer 200 kWp der Anteil bis 200 kWp ebenso umlagebefreit bleibt. Wirklich fortschrittlich wäre der Verzicht bis zu einer Grenze von 1 MWp.

Eine unkomplizierte und sinnvolle Lösung wäre es zudem, den Eigen- und Direktverbrauch gleichzusetzen oder die Personenidentität bei Eigenversorgung abzuschaffen. Dadurch wird es ermöglicht, den vorhandenen Strom zu verbauchen, ohne dass bürokratische Hürden einen energieeffizienten Umgang mit dem produzierten Strom verhindern. So können Mittelständler mit großen Dachflächen PV-Anlagen effektiv nutzen und viele Bürger mit regenerativem Strom versorgen – nicht nur sich selbst. Ähnlich wie Biogasanlagen könnten sie zu einem Teil der dezentralen Energieversorgung werden und so das zentrale Stromnetz entlasten. Auch der unnötige Einbau von Smart Metern und die Steuerbarkeit kleinster Solarstromanlagen über ein intelligentes Messsystem bei kleinen PV-Anlagen kann nicht zielführend sein.

Ohne das intensive Engagement des deutschen Mittelstandes sind die wichtigen klimapolitischen Ziele der Bundesrepublik Deutschland kaum zu erreichen. Der BVMW setzt daher darauf, dass die Bundesregierung das Potenzial der unbürokratischen Eigen- und Direktversorgung durch Photovoltaik endlich erkennt und die gesetzlichen Rahmenbedingungen dementsprechend anpasst.