Würdigung der Rolle des Mittelstands in Nordostchina: Austausch über die Förderung deutscher KMU und zukünftige Kooperationen in der Region Dongbei
Adam Smigielski, Canva
Verschaffen Sie sich einen schnellen Überblick über die wichtigsten und aktuellen Wirtschaftsentwicklungen in der Ukraine.
Im Februar 2026 lag das Investitionsvolumen juristischer Personen in inländische Staatsanleihen um 17,9 % höher als im Vorjahr, während die Investitionen von Privatpersonen im gleichen Zeitraum um mehr als 50 % zunahmen. Aktuell halten ukrainische Staatsbürger Staatsanleihen im Wert von über 121,85 Milliarden UAH, juristische Personen im Wert von über 219,93 Milliarden UAH.
Im Februar führte das Finanzministerium zwölf Auktionen zur Platzierung von Staatsanleihen durch und spülte damit im Gegenwert 56,7 Milliarden UAH in den Staatshaushalt. Die durchschnittliche Rendite der auf Hrywnja lautenden Staatsanleihen betrug 14,3 % pro Jahr, in USD 3,14 % und in Euro 3,8 %. Zusätzlich führte das Finanzministerium im Februar eine Auktion zum Umtausch von Staatsanleihen durch. Die Nachfrage der Marktteilnehmer belief sich auf 10 Milliarden UAH. Ende Februar 2026 befanden sich Staatsanleihen im Wert von über 2,08 Billionen UAH im Umlauf. Den größten Anteil am Portfolio hielten Geschäftsbanken (47,86 %), gefolgt von der Nationalbank der Ukraine (33,09 %), juristischen Personen (10,95 %) und Privatpersonen (6,07 %).
Gleichzeitig gaben Analysten an, dass das Volumen der von der Bevölkerung gehaltenen Fremdwährungsanleihen aufgrund planmäßiger Rückzahlungen von Staatsanleihen im Februar um 5 Milliarden UAH gesunken sei und mit 42,4 Milliarden UAH ein Zehnmonatstief erreicht habe. Im Gegensatz dazu wuchs das Portfolio an Hrywnja-Anleihen im Februar um über 10,8 Milliarden UAH auf 79 Milliarden UAH. Es wird jedoch erwartet, dass die Nachfrage nach Fremdwährungsanleihen im März steigen und sich stabilisieren wird.
Während des Koordinierungstreffens der Teams des Wirtschaftsministeriums, der Nationalbank und Vertretern des Versicherungsmarktes wurde ein breites Spektrum an Themen im Bereich der Kriegsrisikoversicherung erörtert. Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, sind bereits Produkte mit Kriegsrisikodeckung auf dem Markt erhältlich. Die gesamte Rückversicherungskapazität, die dank der Unterstützung von Partnern, insbesondere Lloyd’s (400 Millionen USD), DFC (200 Millionen USD) und EBRD (110 Millionen Euro), sowie dank des Wachstums des ukrainischen Inlandsmarktes (bis zu 350 Millionen USD) entstanden ist, hat über eine Milliarde USD erreicht. Dies ermöglicht, Versicherungsprodukte zur Absicherung von Kriegsrisiken in Bezug auf Immobilien, Fracht, Kraftfahrzeuge und Schienenfahrzeuge anzubieten.
Ein staatliches Entschädigungsmodell, das von der Exportkreditagentur der Ukraine umgesetzt wird, ist ebenfalls bereits in Betrieb, und die Regierung arbeitet kontinuierlich daran, es für Unternehmen nutzerfreundlicher und vorteilhafter zu gestalten. „Wir stehen vor einer gemeinsamen Aufgabe: Wir müssen von den bereits bestehenden Insellösungen zu einer umfassenden, einheitlichen Architektur übergehen, die Versicherungsprodukte für alle zugänglich macht. Wir streben eine schnellstmögliche Entwicklung einer einheitlichen Versicherungsstrategie an, die einen maximalen Schutz für alle Unternehmen und Investoren gewährleistet und diese gesetzlich verankert“, - so Wirtschaftsminister Oleksij Sobolew.
Bei dem Treffen wurde das Konzept eines dreistufigen Systems vereinbart, das den Bedürfnissen von kleinen und mittleren Unternehmen sowie großen Investoren gerecht wird:
Der Vorteil des vorgestellten Modells liegt in der Einbindung des Staates in die Risikoversicherung dort, wo Marktmechanismen nicht funktionieren: in Krisengebieten, in bestimmten Regionen usw.
Seit Beginn der großangelegten Invasion hat der dänische multinationale Konzern JYSK 800 Millionen UAH in die Eröffnung neuer Filialen, die Renovierung bestehender und die Verbesserung des Kundenservice investiert. Das Unternehmen modernisiert Lager und erweitert Büros. JYSK intensiviert zudem die Zusammenarbeit mit ukrainischen Herstellern, erweitert das Produktsortiment für europäische Filialen und steigert das Auftragsvolumen. Insbesondere die Einkäufe von Schrankmöbeln stiegen bis 2025 um 33 %.
Der Partner des Konzerns, das ukrainische Unternehmen Accord Import, baut eine neue Möbelfabrik und erhöht die Produktionskapazität um fast 200 %, wodurch es zu einem der fünf größten Hersteller in Europa aufsteigen wird. Rund 70 % der Aufträge des Herstellers gehen an JYSK.
Seit 2022 hat das dänische Unternehmen in der Ukraine Waren im Wert von über 150 Millionen Euro eingekauft und plant, dieses Volumen bis 2026 weiter zu steigern. Der Konzern ist weiterhin in Charkiw, Dnipro und Odesa aktiv und hat seit 2022 32 neue Filialen in der Ukraine eröffnet, drei davon nach erheblichen Schäden. Weitere 30 Standorte wurden renoviert.
Kürzlich eröffnete der Konzern im Einkaufszentrum Bukovyna Mall in Tscherniwzi die größte Filiale der Region mit einer Fläche von 1.280 Quadratmetern. Aktuell betreibt JYSK 113 Filialen in 38 Städten der Ukraine.
Der Leiter des Staatlichen Vermögensfonds, Dmytro Natalucha, erklärte, der Fonds werde versuchen, für die ständig von russischem Beschuss bedrohten Anlagen strategische Investoren zu finden, deren Status als Staatsunternehmen oder internationaler Ruf die Sicherheit der Anlagen garantieren könnte. Dies betrifft vor allem das Hafenwerk Odesa und das Aluminiumwerk Mykolajiw.
Laut Natalucha sind die militärischen Risiken der Hauptgrund für die Bedenken der Investoren im Hinblick auf das Hafenwerk Odesa. Selbst die Schulden von rund 193 Millionen USD gegenüber Ostchem seien weniger beängstigend als der Standort in der Region Odesa. „Beim Verkauf des Hafenwerks Odesa zur Wiederaufnahme der Düngemittelproduktion geht es darum, wer sich die hohen Preise für Gas oder Gastransport leisten kann“, - so Natalucha.
Dasselbe gelte für das Aluminiumwerk. Er schlug vor, dass Investoren aus den USA oder Indien als Käufer solcher risikoreichen Anlagen in Frage kämen. „Ja, wir mögen zwar günstiger verkaufen, aber durch die Integration in die globale Wertschöpfungskette könnte der Staat in Zukunft profitieren“, - fügte Natalucha hinzu.
Derzeit gibt es noch keinen Investorenkreis. Bis Ende Februar plant der Leiter des Staatlichen Vermögensfonds der Ukraine die Einrichtung eines Investitionsbeirats für den Fonds, dem Vertreter internationaler Finanzinstitutionen (EBRD, IFC, DFC) und ukrainischer Wirtschaftsverbände angehören könnten.
Im zweiten Quartal 2026 plant die internationale Verwahrstelle Clearstream (Luxemburg), die 2019 mit der Verwahrstelle der Nationalbank der Ukraine eingerichtete Verbindung über inländische Staatsanleihen hinaus auf Kommunalanleihen und weitere Instrumente auszuweiten. Dies gab Clearstream-Präsident und CEO Philip Brown auf dem Ukraine Resilience Forum bekannt.
Er betonte die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Verbesserung der Marktinfrastruktur gemäß internationalen Standards und der Erweiterung des Instrumentenangebots. „Wenn wir an den Wiederaufbau nach dem Krieg und dessen Finanzierung denken, ist die Erweiterung des Angebots an neuen Instrumenten von entscheidender Bedeutung, da wir Investoren eine breite Palette an Anlagemöglichkeiten bieten müssen. Rechtssicherheit, Stabilität und Sicherheit des Marktes, die Vielfalt der Anlageinstrumente und internationale Zugangswege sind daher meiner Meinung nach die Schlüsselfaktoren“, - hob der Clearstream-Präsident hervor. Brown betonte zudem die Notwendigkeit, den lokalen Kapitalmarkt weiterzuentwickeln und ihn für private Investoren attraktiver zu gestalten, da die Mittel internationaler Institutionen möglicherweise nicht ausreichen, um das Land wiederaufzubauen.
Wie es bekannt ist, erfüllte die Nationalbank der Ukraine (NBU) im Sommer 2025 ihre Verpflichtungen zur Erweiterung des Zugangs ausländischer Investoren zu Schuldtiteln, indem sie den notwendigen regulatorischen Rahmen für die weitere Entwicklung der Verbindung mit der internationalen Verwahrstelle Clearstream schuf. Dabei handelt es sich um Kommunalanleihen, Infrastrukturanleihen und andere Schuldtitel, die zur Unterstützung von Projekten zum Wiederaufbau der Ukraine begeben werden. Die Ukraine hatte die entsprechenden Verpflichtungen im Rahmen des vorherigen erweiterten Finanzierungsprogramms der Europäischen Finanzunion (EFF) mit dem IWF übernommen.
Die EU wird die Regeln für nukleare Innovationen vereinfachen, um Investitionen und die großflächige Entwicklung kleiner modularer Reaktoren anzuregen, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Bezahlbarer Strom ist nicht nur wichtig für die Lebenshaltungskosten unserer Bürgerinnen und Bürger, sondern auch entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie“, - sagte sie.
Die EU-Chefin fügte hinzu, dass die Entwicklung von Robotik und künstlicher Intelligenz ebenfalls große Mengen an stabiler Energie erfordere, die die Kernenergie liefern könne. Zur Umsetzung der ambitionierten Pläne schlägt die Europäische Kommission drei Hauptarbeitsfelder vor. Erstens sollen regulatorische Testumgebungen geschaffen werden, in denen Unternehmen Innovationen ohne übermäßige Bürokratie erproben können. Zweitens wird die EU 200 Millionen Euro zur Unterstützung von Investitionen in die Branche bereitstellen. Drittens soll die Skalierung von Geschäftsmodellen durch die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten gefördert werden.
„Unser Ziel ist einfach. Wir wollen, dass diese neue Technologie in Europa bis Anfang der 2030er Jahre einsatzbereit ist, damit sie neben traditionellen Reaktoren eine Schlüsselrolle in einem flexiblen, sicheren und effizienten Energiesystem spielen kann“, - sagte der Präsident der Europäischen Kommission.