am 21. April 2026 im dm-dialogicum in Karlsruhe
BVMW Baden-Württemberg fordert mehr Handlungsgeschwindigkeit, weniger Bürokratie und stärkere Eigenverantwortung im Mittelstand
Im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin econo spricht Josef Stumpf, Leiter der Wirtschaftsregion Baden-Württemberg im BVMW, über die wirtschaftlichen Herausforderungen im Land, die Erwartungen an die neue Landesregierung und die Rolle des Mittelstands in Zeiten der Transformation. Dabei fordert er ein höheres politisches Umsetzungstempo, mehr unternehmerische Eigenverantwortung und eine konsequente Orientierung an den Bedürfnissen des Mittelstands.
Baden-Württemberg steht vor tiefgreifenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Innovationsdruck, steigende Kosten, Fachkräftemangel, internationale Wettbewerbsverschiebungen und eine zunehmende Bürokratielast belasten viele mittelständische Unternehmen spürbar. Im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin econo ordnet Josef Stumpf, Direktor des Bundeswirtschaftssenats und Leiter der Wirtschaftsregion Baden-Württemberg im BVMW, die aktuelle Lage ein und formuliert klare Erwartungen an die neue Landesregierung.
Stumpf betont, dass Baden-Württemberg über Jahrzehnte hinweg als Innovationsmotor Deutschlands galt, diese Stärke jedoch zunehmend unter Druck geraten sei. Rückläufige Innovationsdynamik, sinkende Patentanmeldungen sowie Unsicherheiten in zentralen Industriebranchen seien Warnsignale, die nicht ignoriert werden dürften. Gerade der Mittelstand brauche jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, schnellere Entscheidungen und eine Politik, die stärker ins Handeln komme.
Besonders kritisch sieht er dabei die aus seiner Sicht häufig zu langen Analyse- und Abstimmungsprozesse in Politik und Verwaltung. Statt immer neuer Diskussionen brauche es konkrete Maßnahmen und eine konsequente Umsetzung bereits vorhandener Konzepte. In diesem Zusammenhang verweist Stumpf auf den „Masterplan Mittelstand Baden-Württemberg“, der von wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem ZEW Mannheim, dem IAW Tübingen und dem Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim erarbeitet wurde. Viele der darin formulierten Handlungsempfehlungen lägen bereits vor – nun komme es darauf an, diese tatsächlich umzusetzen.
Neben politischen Reformen sieht Stumpf jedoch auch die Unternehmen selbst in der Verantwortung. Der Mittelstand müsse bereit sein, Wandel aktiv mitzugestalten, neue Technologien schneller aufzugreifen und strategische Veränderungen mutig anzugehen. Transformation dürfe nicht ausschließlich als politische Aufgabe verstanden werden, sondern müsse ebenso aus den Unternehmen heraus vorangetrieben werden.
Mit der Neuaufstellung des BVMW in Baden-Württemberg verbindet Stumpf zudem das Ziel, die Interessen mittelständischer Unternehmen landesweit stärker zu bündeln und sichtbarer zu vertreten. Die Wirtschaftsregion Baden-Württemberg wurde innerhalb des Verbandes neu strukturiert, um Kräfte enger zusammenzuführen und den Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Mittelstand weiter zu intensivieren.
Das vollständige Interview im Wirtschaftsmagazin econo finden Sie hier => HIER