Bergwacht Bad Tölz Gruppenbild

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Bad Tölz, 16.03.2026 Lesezeit: 3 Minuten

Bergrettung hautnah erleben und verstehen

Am 13.03.2026 trafen sich 25 BVMW-Mitglieder in Bad Tölz beim ZSA – Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung, um dieses geheimnisvolle Gebäude der Bergwacht zu erkunden.

Autorin: Kornelia Kirchermeier

Ein riesiger, futuristischer Quader inmitten der Voralpen-Landschaft erhebt sich in Bad Tölz. Die große Frage: gibt es dort mehr zu sehen, als den Helikopter, den man schon von der Straße aus sieht? Hier kann ein klares „Ja“ als Antwort gegeben werden.

Herr Eisele, Vorstand der Stiftung Bergwacht, begrüßte die Teilnehmenden gleich vor dem Eingang und erzählte Ihnen die Geschichte der Bergwacht und viele waren überrascht, dass die Grund-Idee 1920 eine „Sitten- und Naturschutzwacht“ gewesen ist. 

Als sie dann in die Halle traten waren alle erstaunt, denn nun begriffen sie, was Herr Eisele in seinen ersten Ausführungen meinte. Die Entwicklung der Bergwacht von 1920 bis heute, ist eine faszinierende Geschichte und in dieser Halle zeigten sich nun die Dimensionen der heutigen Aufgaben der Bergwacht.

In diesem Gebäude, dass es derzeit so nur einmal auf dieser Welt gibt, trainieren die unterschiedlichsten Einheiten von Polizei, Militär, Rettungseinheiten aus Bayern, Deutschland, Europa und aus aller Welt.

Was diese Einzigartigkeit noch mal unterstreicht! 

Bei Kaffee und Butterbrezn erzählte Herr Eisele, auch mit viel Humor und immer wieder mit sehr ernster Stimme, was es heißt ein Mitglied der Bergwacht zu sein.

Die romantische Vorstellung die viele durch Serien wie „Die Bergretter“ im Kopf hatten war schnell dahin. Ein Bergwachtler 2026 ist ein hoch ausgebildeter Retter/Spezialist und auch Katastrophen-Manager. 

Ein aktives Mitglied der Bergwacht braucht nicht nur immer einen kühlen Kopf, es muss auch mit minimalistischer Ausrüstung – man kann kein Krankenhaus in ein Rucksack packen - und widrigen Gegebenheiten jederzeit klarkommen. Wo andere Rettungseinheiten aufgeben, da fängt der Job für einen Bergwachtler erst an. Sie sind die Mac Gyver unter den Rettern.

Aus diesem Grund wird u.a. in der ZSA intensiv für alle möglichen Situationen geübt und alles in ein einheitliches System gebracht. So kann ein Mitglied der Bergwacht Garmisch sofort mit einem Mitglied der Bergwacht Wunsiedel in einen Einsatz gehen, ohne sich vorher zu kennen.

Die Bergwacht rettet nicht nur aus den Bergen, Sie ist auch zur Stelle, wenn andere Katastrophen Regionen heimsuchen – z.B. im Ahrtal.

Aus diesem Grund kann in dieser Halle u.a. Rettung mit dem Heli, Rettung aus Seilbahnen, Sesselliften, aus Bäumen (Paraglider), aus Höhlen, von Dächern (Flut-Katastrophe) aus dem Wasser, aus Klettersteigen etc. geübt werden. Womit hier keiner gerechnet hat – auch eine simulierte Wand eines Containerschiffes gibt es hier. 

Einen AHA Effekt gab es als Herr Eisele die Gruppe in den Klimaraum führte, wo alle Wetterlagen simuliert werden können. Hier trainieren Bergwacht-Einsatzkräfte, Bergwachtnotärzte bis hin zu den Doctors of Mountain Medicine, die speziell ausgebildet werden um eine Rettung aus großer Kälte und auch Dunkelheit durchführen zu können. 

Zum Abschluss - und damit hatte auch kein Teilnehmer gerechnet - stand die Gruppe in einem Original-Schockraum. Auch hier trainieren Mediziner. Beeindruckt waren alle vom Gewicht eines Bergwacht-Rucksacks: 30 kg wiegen dann schon einiges, wenn man es in der Hand hält.

Kaum einer weiß, dass all diese Ausrüstung – von den Schuhen bis zum Helm von den Mitgliedern der Bergwacht selbst gekauft werden müssen. Denn die Bergwacht ist keine staatlich unterstütze Rettungseinheit – sie ist und bleibt eine Einheit, selbstloser Frauen und Männer. 

Das Erstaunen über das, was die Bergwacht alles kann und können muss hat an diesem Tag alle beeindruckt! 

Bergwacht heißt, in einem Team blind zu vertrauen und zu arbeiten, wo sich jeder auf jeden 100% verlassen kann und es immer wichtig ist auch mal zu sagen nein heute kann ich das nicht leisten! Hier ist jeder auch wenn es eine Arbeit im Team ist, für sich und seine Sicherheit verantwortlich.

Die Bergwacht leistet Erstaunliches, was viele nicht sehen und nicht wissen.

Den Teilnehmern wurde nun sehr bewusst, dass auch jeder einzelne von uns eine Eigenverantwortung hat und es keine Schande ist eine Tour abzubrechen wenn man merkt, heute geht es nicht. 

Wer gerne in die Berge geht, sollte vielleicht auch mal an die Bergwacht denken, die sich immer über eine Spende freut! 

Kontakt aufnehmen

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Kornelia Kirchermeier

Repräsentantin
Landkreis: Traunstein, Berchtesgadener Land

Max-Friedlaender-Bogen 9

80339 München

Germany

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