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Berlin, 17.04.2026

Energie- und Mobilitätskosten außer Kontrolle

Mittelstand fordert entschlossenes Handeln der Bundesregierung

Autor:in: BVMW Bundeszentrale

Die Energie- und Mobilitätskosten in Deutschland entwickeln sich zunehmend zur akuten Belastungsprobe für den Mittelstand. Ein breites Bündnis führender Wirtschaftsverbände – angeführt vom BVMW – hat daher ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt, das klare politische Konsequenzen einfordert.

Energie und Mobilitätskosten außer Kontrolle: Bundesregierung muss jetzt handeln (04/2026)  pdf / 264,8 KB

Kostenkrise trifft den Standort in der Breite

Die aktuellen Preissteigerungen bei Energie und Kraftstoffen sind weit mehr als ein temporäres Marktphänomen. Sie spiegeln tiefgreifende geopolitische Spannungen und strukturelle Verwerfungen wider, die sich entlang gesamter Wertschöpfungsketten auswirken. Für viele Unternehmen bedeutet das: steigende Betriebskosten bei gleichzeitig wachsender Unsicherheit.

Zwar ist die befristete Senkung der Energiesteuer ein erster Schritt, doch reicht dieser aus Sicht der Verbände bei weitem nicht aus. Es braucht weitere, gezielte Entlastungen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern. 

Mittelstand besonders unter Druck

Gerade mittelständische Unternehmen sind von der Kostenentwicklung überproportional betroffen. Anders als Großunternehmen verfügen sie häufig nicht über ausreichende Möglichkeiten zur Absicherung gegen Preisschwankungen oder zur Weitergabe gestiegener Kosten.

Die Folge ist eine spürbare Einschränkung unternehmerischer Handlungsspielräume: Investitionen werden zurückgestellt, Wachstumspotenziale bleiben ungenutzt und die wirtschaftliche Substanz gerät unter Druck. 

Politik in der Verantwortung

Das Positionspapier macht deutlich: Ein erheblicher Teil der Energie- und Mobilitätskosten ist politisch beeinflusst – etwa durch Steuern, Abgaben und regulatorische Vorgaben. Entsprechend klar ist die Erwartung an die Bundesregierung, kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Entlastung umzusetzen.

Ein bloßer Verweis auf internationale Entwicklungen greift zu kurz. Gefordert ist ein aktives Gegensteuern, das die Kostenbasis stabilisiert und Planungssicherheit schafft. 

Konkrete Maßnahmen: Entlasten, stabilisieren, sichern

Die Verbände formulieren sechs zentrale Handlungsfelder:

  • Senkung staatlicher Preisbestandteile auf Energie und Kraftstoffe auf das europäische Mindestmaß 
  • Mehr Planungssicherheit durch verlässliche politische Rahmenbedingungen und Absicherungsinstrumente 
  • Stärkung der Versorgungssicherheit durch heimische Rohstoffgewinnung und europäische Koordination 
  • Belastungsmoratorium, um zusätzliche Kosten durch Regulierung zu vermeiden 
  • Pragmatische Gestaltung der Transformation, um wirtschaftliche Tragfähigkeit sicherzustellen 
  • Gezielte Entlastung bei Kraftstoffkosten, insbesondere für stark betroffene Branchen 

Diese Maßnahmen zielen darauf ab, kurzfristig wirksam zu entlasten und gleichzeitig strukturelle Wettbewerbsnachteile zu adressieren. 

Warnung vor Deindustrialisierung

Ohne ein entschlossenes politisches Eingreifen drohen weitreichende Folgen: sinkende Investitionen, Produktionsverlagerungen ins Ausland und eine beschleunigte Deindustrialisierung. Diese Entwicklung ist bereits in ersten Ansätzen sichtbar und könnte sich weiter verstärken.

Klare Erwartung: Jetzt handeln

Das Bündnis macht unmissverständlich klar: Die Kostenkrise ist kein Naturereignis, sondern in wesentlichen Teilen politisch gestaltbar. Die Bundesregierung ist gefordert, jetzt zu handeln – mit kurzfristig wirksamen Entlastungen und strukturellen Reformen.

Die breite Unterstützung des Positionspapiers durch zahlreiche Branchenverbände zeigt: Der Handlungsdruck ist hoch – und der Mittelstand erwartet konkrete Antworten.

Zum Positionspapier und den Forderungen des Mittelstands hat auch Table.Media berichtet:
https://table.media/ceo/news/energiepreise-mittelstand-fordert-zusaetzliche-entlastungen

Kontakt

Sebastian Krauß

Sebastian Krauß

Bundesgeschäftsleiter Politik Inland

Potsdamer Straße 7

10785 Berlin

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