Parlamentarisches Frühstück mit MdB Sebastian Roloff (SPD)
Mittelstand fordert entschlossenes Handeln der Bundesregierung
Die Energie- und Mobilitätskosten in Deutschland entwickeln sich zunehmend zur akuten Belastungsprobe für den Mittelstand. Ein breites Bündnis führender Wirtschaftsverbände – angeführt vom BVMW – hat daher ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt, das klare politische Konsequenzen einfordert.
Die aktuellen Preissteigerungen bei Energie und Kraftstoffen sind weit mehr als ein temporäres Marktphänomen. Sie spiegeln tiefgreifende geopolitische Spannungen und strukturelle Verwerfungen wider, die sich entlang gesamter Wertschöpfungsketten auswirken. Für viele Unternehmen bedeutet das: steigende Betriebskosten bei gleichzeitig wachsender Unsicherheit.
Zwar ist die befristete Senkung der Energiesteuer ein erster Schritt, doch reicht dieser aus Sicht der Verbände bei weitem nicht aus. Es braucht weitere, gezielte Entlastungen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern.
Gerade mittelständische Unternehmen sind von der Kostenentwicklung überproportional betroffen. Anders als Großunternehmen verfügen sie häufig nicht über ausreichende Möglichkeiten zur Absicherung gegen Preisschwankungen oder zur Weitergabe gestiegener Kosten.
Die Folge ist eine spürbare Einschränkung unternehmerischer Handlungsspielräume: Investitionen werden zurückgestellt, Wachstumspotenziale bleiben ungenutzt und die wirtschaftliche Substanz gerät unter Druck.
Das Positionspapier macht deutlich: Ein erheblicher Teil der Energie- und Mobilitätskosten ist politisch beeinflusst – etwa durch Steuern, Abgaben und regulatorische Vorgaben. Entsprechend klar ist die Erwartung an die Bundesregierung, kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Entlastung umzusetzen.
Ein bloßer Verweis auf internationale Entwicklungen greift zu kurz. Gefordert ist ein aktives Gegensteuern, das die Kostenbasis stabilisiert und Planungssicherheit schafft.
Die Verbände formulieren sechs zentrale Handlungsfelder:
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, kurzfristig wirksam zu entlasten und gleichzeitig strukturelle Wettbewerbsnachteile zu adressieren.
Ohne ein entschlossenes politisches Eingreifen drohen weitreichende Folgen: sinkende Investitionen, Produktionsverlagerungen ins Ausland und eine beschleunigte Deindustrialisierung. Diese Entwicklung ist bereits in ersten Ansätzen sichtbar und könnte sich weiter verstärken.
Das Bündnis macht unmissverständlich klar: Die Kostenkrise ist kein Naturereignis, sondern in wesentlichen Teilen politisch gestaltbar. Die Bundesregierung ist gefordert, jetzt zu handeln – mit kurzfristig wirksamen Entlastungen und strukturellen Reformen.
Die breite Unterstützung des Positionspapiers durch zahlreiche Branchenverbände zeigt: Der Handlungsdruck ist hoch – und der Mittelstand erwartet konkrete Antworten.
Zum Positionspapier und den Forderungen des Mittelstands hat auch Table.Media berichtet:
https://table.media/ceo/news/energiepreise-mittelstand-fordert-zusaetzliche-entlastungen
Kontakt
Sebastian Krauß
Bundesgeschäftsleiter Politik Inland