Warum viele Unternehmen trotz regelmäßiger Beiträge keine Anfragen gewinnen – und wie ein strukturierter Ansatz im Content-Marketing den Unterschied macht.
Erfahrungsaustausch zur digital gestützten Wertschöpfung im Mittelstand
Die Anforderungen an produzierende Unternehmen steigen spürbar: steigende Komplexität in der Produktion, volatile Märkte und immer kürzere Reaktionszeiten. Gleichzeitig fehlen in vielen Betrieben noch die notwendigen Daten und Steuerungsroutinen, um Prozesse wirklich transparent und belastbar zu führen. Genau hier setzt das Wertschöpfungsnetzwerk Produktion des BVMW an: als praxisorientierte Erfahrungsgemeinschaft für Unternehmer, die ihre Produktion Schritt für Schritt datenbasierter, effizienter und zukunftsfähiger gestalten wollen.
Die Anforderungen an produzierende Unternehmen verändern sich derzeit schneller als je zuvor. Lieferketten werden volatiler, Kunden erwarten kürzere Lieferzeiten und gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität, Flexibilität und Transparenz in der Produktion. Für viele mittelständische Unternehmen stellt sich daher eine zentrale Frage: Wie lässt sich die eigene Wertschöpfung so steuern, dass auch unter unsicheren Marktbedingungen Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleiben?
Ein entscheidender Faktor dabei ist die digitale Transparenz der Produktion. Wer belastbare Daten über Maschinenlaufzeiten, Auftragsfortschritt, Engpässe oder Materialflüsse hat, kann schneller reagieren und fundiertere Entscheidungen treffen. Gleichzeitig zeigt die Praxis jedoch, dass viele Unternehmen noch am Anfang dieser Entwicklung stehen. Häufig existieren zwar einzelne digitale Lösungen oder Insellösungen in verschiedenen Bereichen, doch eine durchgängige Sicht auf die eigene Wertschöpfung fehlt.
Genau an dieser Stelle setzt das Wertschöpfungsnetzwerk Produktion des BVMW an. Ziel des Netzwerks ist es, Unternehmer und Verantwortliche aus produzierenden Unternehmen zusammenzubringen, um konkrete Erfahrungen auszutauschen, Praxisbeispiele kennenzulernen und gemeinsam Lösungen für eine digital gestützte Wertschöpfung im Mittelstand zu diskutieren.
Der Auftakt des Netzwerks fand am 3. März 2026 bei der Ossenberg-Engels GmbH in Neuenrade statt. Zahlreiche Geschäftsführer, Produktionsleiter und Entscheider aus der Region nutzten die Gelegenheit, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Produktion auszutauschen und neue Impulse für die eigene Organisation mitzunehmen.
Produzierende Unternehmen stehen heute unter einem erheblichen Anpassungsdruck. Märkte verändern sich schneller, Kundenanforderungen werden individueller und gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck international.
In vielen Unternehmen zeigt sich dabei ein wiederkehrendes Muster: Während Vertrieb und Verwaltung in den vergangenen Jahren stark digitalisiert wurden, bleibt die Produktion häufig noch vergleichsweise analog organisiert. Produktionsdaten werden manuell erfasst, Kennzahlen werden zeitverzögert ausgewertet oder wichtige Informationen sind nur einzelnen Mitarbeitern bekannt.
Diese Situation erschwert es, die Produktion schnell und effizient zu steuern. Engpässe werden zu spät erkannt, Maschinenstillstände werden erst nachträglich analysiert und Entscheidungen basieren oft eher auf Erfahrung als auf belastbaren Daten.
Digitale Systeme wie MES-Lösungen (Manufacturing Execution Systems) oder moderne Datenerfassungssysteme können hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Sie ermöglichen es, Produktionsdaten in Echtzeit zu erfassen, auszuwerten und für operative Entscheidungen nutzbar zu machen.
Doch viele mittelständische Unternehmen stehen vor der Herausforderung, den richtigen Einstieg zu finden: Welche Daten sind wirklich relevant? Welche Systeme passen zur bestehenden Maschinenlandschaft? Und welche Schritte sind wirtschaftlich sinnvoll?
Genau hier bietet der Austausch im Wertschöpfungsnetzwerk Produktion einen wichtigen Mehrwert.
Zum Auftakt des Netzwerks stellte Jonas Ossenberg-Engels, Geschäftsführer der Ossenberg-Engels GmbH, zunächst das Unternehmen und dessen Produktionsstruktur vor. Ossenberg-Engels ist ein traditionsreiches mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Neuenrade, das sich als Metallverarbeitung als Spezialist für Draht-, Rohr-, Stanzbiegeteile & Baugruppen etabliert hat. Wie viele produzierende Unternehmen steht auch Ossenberg-Engels vor der Aufgabe, Prozesse kontinuierlich zu verbessern und gleichzeitig flexibel auf Kundenanforderungen reagieren zu können.
Im Rahmen seines Praxisvortrags gab Jonas Ossenberg-Engels Einblicke in die Umsetzung von Shopfloor-Management im eigenen Unternehmen.
Shopfloor-Management beschreibt eine strukturierte Führungsmethodik direkt am Ort der Wertschöpfung – also in der Produktion selbst. Ziel ist es, Probleme frühzeitig sichtbar zu machen, klare Kommunikationsroutinen zu etablieren und Entscheidungen möglichst nah am operativen Geschehen zu treffen.
Dazu gehören beispielsweise:
Gerade für mittelständische Unternehmen bietet Shopfloor-Management eine wichtige Grundlage, um Produktionsprozesse stabil zu führen und kontinuierlich zu verbessern.
Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war der anschließende Betriebsrundgang durch die Produktion von Ossenberg-Engels.
Die Teilnehmer erhielten dabei einen direkten Einblick in die Produktionsabläufe und konnten sehen, wie organisatorische Strukturen und technische Lösungen in der Praxis zusammenwirken.
Gerade dieser Blick hinter die Kulissen wurde von vielen Teilnehmern als besonders wertvoll empfunden. Denn in der Diskussion zeigte sich schnell, dass viele Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind:
Der offene Austausch über diese Themen machte deutlich, dass viele Lösungen im Mittelstand nicht aus der Theorie entstehen, sondern aus praktischen Erfahrungen.
Im zweiten Teil der Veranstaltung stellte David Stania von Powerhouse Solutions konkrete Ansätze zur digitalen Datenerfassung in der Produktion vor.
Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Frage, wie Unternehmen mit heterogenen Maschinenparks umgehen können. Gerade im Mittelstand ist es üblich, dass Maschinen unterschiedlicher Baujahre und Hersteller im Einsatz sind. Moderne MES-Systeme müssen daher in der Lage sein, Daten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen.
Durch geeignete Schnittstellen können Maschinenlaufzeiten, Stillstände oder Produktionsmengen automatisch erfasst werden. Diese Daten bilden anschließend die Grundlage für Kennzahlensysteme, die eine deutlich präzisere Steuerung der Produktion ermöglichen.
Darüber hinaus wurden auch Möglichkeiten diskutiert, künstliche Intelligenz in der Produktion einzusetzen. Beispielsweise können KI-gestützte Analysen helfen, Wartungsbedarfe frühzeitig zu erkennen oder Maschinenlaufzeiten genauer zu prognostizieren.
Solche Anwendungen befinden sich zwar in vielen Unternehmen noch in einer frühen Phase, zeigen jedoch das Potenzial der digitalen Transformation der Produktion.
Ein zentraler Bestandteil des Wertschöpfungsnetzwerks ist der moderierte Erfahrungsaustausch zwischen den teilnehmenden Unternehmern.
Dabei standen Fragen im Mittelpunkt wie:
Der offene Dialog auf Augenhöhe machte deutlich, dass viele Unternehmen ähnliche Herausforderungen haben – und dass der Austausch über konkrete Erfahrungen oft wertvoller ist als theoretische Konzepte.
Gerade in einer Zeit zunehmender Unsicherheit gewinnt diese Form der Zusammenarbeit an Bedeutung. Unternehmen können voneinander lernen, Fehler vermeiden und schneller tragfähige Lösungen entwickeln.
Ein besonderer Dank gilt Jonas Ossenberg-Engels und dem gesamten Team der Ossenberg-Engels GmbH, die den Auftakt des Wertschöpfungsnetzwerks ermöglicht haben.
Die Offenheit, mit der Einblicke in die eigene Produktion gegeben wurden, hat wesentlich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen und den Teilnehmern wertvolle Impulse für die eigene Praxis geliefert.
Das Wertschöpfungsnetzwerk Produktion wird im Laufe des Jahres fortgesetzt. Ziel ist es, eine langfristige Erfahrungsgemeinschaft für produzierende Unternehmen aufzubauen, in der regelmäßig Praxisbeispiele vorgestellt, technologische Entwicklungen diskutiert und konkrete Lösungsansätze erarbeitet werden.
Der nächste Termin des Netzwerks ist für Juni 2026 geplant.
Geschäftsführer und Verantwortliche aus produzierenden Unternehmen, die Interesse am Austausch im Wertschöpfungsnetzwerk Produktion haben, können sich gerne an Markus Krüger (BVMW) wenden.
Denn gerade im Mittelstand zeigt sich immer wieder:
Stabilität entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch Verbindung.
Ihr BVMW Ansprechpartner
Markus Krüger
Repräsentant
Stadt: Hagen
Landkreis: Märkischer Kreis, Ennepe-Ruhr-Kreis