Das BVMW-Netzwerk für weibliches Unternehmertum
DAK-Gesundheit | Laeufer
Das Vorstandsmitglied der DAK-Gesundheit im Interview für die Initiative „Starke Frauen – Starker Mittelstand“.
Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmerin/Führungskraft zu werden?
Ich hatte ein starkes Vorbild, denn meine Mutter war ebenfalls Führungskraft. Und auch ihre Mutter – also meine Großmutter – war bereits in einem Familienbetrieb beschäftigt. Diese Vorbildfunktion in der Familie hat mich positiv geprägt.
Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg nochmal gehen oder würden Sie etwas anders machen?
Rückblickend gab es auf meinem Weg natürlich sowohl erfolgreiche als auch herausfordernde Phasen. Ich bin aber davon überzeugt, dass jeder Schritt – einschließlich Umwegen und Fehlern – zu meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung beigetragen hat. In diesem Sinne würde ich denselben Weg noch mal gehen, da er mich zu der Führungspersönlichkeit gemacht hat, die ich heute bin.
Welche Entscheidung würden Sie für sich als Wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?
Eine wegweisende Weichenstellung war für mich der Entschluss zum Medizinstudium. Prägend für meinen weiteren beruflichen Werdegang war später der Schritt, als Unternehmerin in einem Start-up tätig zu werden. Schlussendlich konnte ich dies beides miteinander verbinden und diese Erfahrungen ergänzen sich bis heute in meiner beruflichen Tätigkeit als Vorständin bei der DAK-Gesundheit.
Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv?
Besonders intensiv beschäftige ich mit derzeit mit dem Thema KI und der damit eng verbundenen strategischen Weiterentwicklung der DAK-Gesundheit. Es ist aus meiner Sicht absolut erfolgskritisch, die Chancen und Risiken, die künstliche Intelligenz für die Zukunft mit sich bringt, zu kennen, abzuwägen und richtig zu nutzen.
Wodurch erfahren Sie besondere Wertschätzung für Ihre Arbeit?
Hier spielt mein Team eine ganz wichtige Rolle. Wir diskutieren häufig und auch kontrovers – aber immer auf Augenhöhe. Dabei haben wir ein gemeinsames Ziel vor Augen: Die bestmögliche Entscheidung für das Unternehmen zu treffen. Und eben diese Debatten und gemeinsamen Entscheidungen bringen gegenseitige Wertschätzung mit sich, sie motivieren mich ungemein.
Welche Botschaft möchten Sie frisch gebackenen Unternehmerinnen oder Grün-derinnen/Führungskräften mitgeben?
Halten Sie an Ihrer Version fest – auch wenn der Weg mal steinig ist! Bauen Sie sich unbedingt ein enges Netzwerk auf – sowohl im beruflichen Kontext als auch das Netzwerk aus Familie und Freunden sind absolut entscheidend – so meine Erfahrung.
Mit welchen wesentlichen Maßnahmen fördern Sie in Ihrem Unternehmen gezielt Female Empowerment und geben Ihren Mitarbeiterinnen Rückenwind?
Wir haben bei der DAK-Gesundheit eine Gleichstellungsbeauftragte, mit der ich im engen Austausch bin. Wir konnten zudem in den letzten Jahren unsere Quote von Frauen in Führungsrollen deutlich steigern und sind jetzt bei fast 50 Prozent.
Die DAK-Gesundheit ist darüber hinaus eine Arbeitgeberin, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert – dies haben wir uns ganz klar auf die Fahnen geschrieben.
Aus meiner persönlichen Sicht sind Frauennetzwerke extrem wichtig. Ich selbst bin Mitglied bei den Spitzenfrauen Gesundheit. In dieses Netzwerk habe ich jüngst auch weitere weibliche DAK-Führungskräfte mit eingebunden.
Von der Politik erwarte ich hinsichtlich einer stärkeren Unterstützung von Unternehmerinnen und der Entwicklung von Frauen in Unternehmen im Allgemeinen ...
Gezielte und langfristige Förderprogramme – speziell, um es jungen Frauen (auch mit Kinderwunsch) zu ermöglichen, eigene Ideen in einem Unternehmen umzusetzen.
Wie unterscheidet sich Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in KMU von der Implementierung in großen Unternehmen?
In KMU ist Betriebliches Gesundheitsmanagement häufig Chefsache und damit stark von der Haltung und dem Engagement der Geschäftsführung geprägt, was kulturell schnell wirksam ist. Die Umsetzung erfolgt meist über kurze Wege und flache Hierarchien, allerdings mit begrenzten Ressourcen und eingeschränkten Auswertungsmöglichkeiten, etwa bei Fehlzeiten. In großen Unternehmen ist BGM stärker strategisch verankert, datenbasiert und durch größere personelle Kapazitäten professioneller organisiert, aber auch komplexer. In beiden Unternehmensformen ist ein systematisches und strukturiertes Vorgehen entscheidend, um nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und der Mitarbeitendengesundheit zu erreichen.
Warum sind Investitionen in ein Betriebliches Gesundheitsmanagement gerade für kleine und mittlere Unternehmen so wichtig? Welche Vorteile lassen sich dadurch erzielen?
Grundsätzlich sind Investitionen in ein Betriebliches Gesundheitsmanagement für alle Unternehmen wichtig, gewinnen jedoch für KMU im Zuge von Arbeitskräftemangel und demografischem Wandel besondere Bedeutung. Ein strukturiertes BGM stärkt die unternehmerische Stabilität und Resilienz, indem es Arbeitsbedingungen verbessert und die Gesundheit der Mitarbeitenden langfristig sichert. Gerade im Mittelstand, der einen Großteil der Beschäftigten trägt, müssen praxisnahe und passgenaue BGM-Lösungen konsequent genutzt und weiterentwickelt werden. Die Vorteile zeigen sich in höherem Wohlbefinden, geringerer Fluktuation, einer stabilen Unternehmenskultur und nachhaltiger Prävention.
Wie kann die DAK Unternehmerinnen und Unternehmer dabei unterstützen, das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement im eigenen Betrieb umzusetzen?
Die DAK-Gesundheit unterstützt Unternehmerinnen und Unternehmer ganzheitlich, persönlich und strategisch beim Aufbau eines funktionierenden BGM. Die Angebote reichen von Beratung, Analyse, Workshops, digitalen Tools, Mitarbeiterprogrammen bis hin zu langfristigen BGM‑Strukturen – alles abgestimmt auf die Unternehmensgröße und Bedürfnisse – ohne Gießkannenprinzip. Durch Kooperationen – etwa mit dem BVMW – werden Gesundheitsangebote gezielt in den Mittelstand getragen.
Dr. Ute Wiedemann
DAK-Gesundheit
https://www.dak.de