Starken Frauen im Mittelstand: Erleben Sie die spannenden Geschichten weiblicher Talente aus dem Netzwerk des BVMW.
Sabine Böhmer
Die Geschäftsführende Gesellschafterin der J. R. Schmatz GmbH im Interview für die Initiative „Starke Frauen – Starker Mittelstand“.
Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmerin/Führungskraft zu werden?
Ich selbst bin in einer Unternehmerfamilie groß geworden. Für mich stand eigentlich immer fest, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Dennoch war der Weg in die jetzige Führungsposition nicht von vornherein geplant, sondern ist aufgrund von familiären Verhältnissen (Krankheit des Vaters) entstanden.
Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg nochmal gehen? Oder würden Sie etwas anders machen.
Ich würde diesen Weg auf alle Fälle noch einmal gehen und würde eigentlich nichts anders machen.
Welche Entscheidung würden Sie für sich als Wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?
Am meisten habe ich daraus gelernt, mich auf mich selbst zu verlassen, meinem Bauchgefühl zu folgen und positiv zu denken.
Was war die größte Herausforderung, die Ihnen begegnet ist?
Die größte Herausforderung in meinem Werdegang war sicherlich, dass ich die Führungsposition plötzlich und ohne Einschulung übernehmen wollte/musste. Auch wenn die Entscheidung freiwillig war, war es dennoch eine große Herausforderung.
Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv?
Derzeit beschäftige ich mich intensiv damit, meine Tochter in diese Führungsposition einzuführen, ihr Ratschläge zu geben und mit ihr gemeinsam unser Unternehmen in die Zukunft zu führen.
Wodurch erfahren Sie besondere Wertschätzung für Ihre Arbeit?
Die besondere Wertschätzung meiner Arbeit besteht darin, dass alles was wir in unserem Büro planen und bauen, ich täglich vor Augen habe und das fertige Projekt bzw. die getane Arbeit am Schluss sehen und spüren kann. Das ist für mich das Schönste an unserem Job.
Welche Botschaft möchten Sie frisch gebackenen Unternehmerinnen oder Gründerinnen/Führungskräften mitgeben?
Die Botschaft an frisch gebackene Unternehmerinnen ist, würde ich sagen, „Positiv denken, positiv denken, positiv denken, nie an sich zweifeln und immer nach vorne schauen“.
Mit welchen wesentlichen Maßnahmen fördern Sie in Ihrem Unternehmen gezielt Female Empowerment und geben Ihren Mitarbeiterinnen Rückenwind?
Meine Mitarbeiter fördere ich, indem ich ihnen von meinem beruflichen Werdegang berichtet habe, sie immer in ihrem Machen und Tun unterstütze und alle Probleme, welche entstehen, wirklich ausgesprochen werden sollen oder müssen.
Von der Politik erwarte ich hinsichtlich einer stärkeren Unterstützung von Unternehmerinnen und der Entwicklung von Frauen in Unternehmen im Allgemeinen...
Unterstützung der Politik für das Unternehmertum kann man im Prinzip in der heutigen Zeit leider nicht mehr erwarten, da Unternehmer Feinde der Politik sind. Dies hat eigentlich im Wesentlichen nichts mit Frau oder Mann zu tun, das ist einfach das Problem der Politik an sich.
Womit schaffen Sie in Ihrer Freizeit einen Ausgleich zu Ihrem Arbeitsalltag?
Ich gehe gerne walken, damit bekomme ich meinen Kopf frei. Ich koche gerne. Und ich verbringe sehr viel Zeit mit meiner Familie. Das ist für mich der perfekte Ausgleich zum Arbeitsalltag.
Ein guter Tag beginnt für mich mit…
… einem ruhigen, kurzen Frühstück mit meinem Mann, um das Tagesgeschehen zu besprechen.
Wie bereiten Sie sich auf einen wichtigen Termin vor?
Ein wichtiger Termin wird von mir intensiv vorbereitet, indem ich mir ganz bewusst die Situation einpräge und meine Gedanken zu Papier bringe. Diese Vorbereitung erfolgt im Wesentlichen bereits einige Tage vor dem Termin, somit nehme ich dem Ganzen den Zeitdruck, denn ohne Zeitdruck kann ich wesentlich besser denken.
Wie stehen Sie zum Thema Gendern?
Für mich ist Gendern der größte Blödsinn aller Zeiten. Denn der Hinweis, dass eine Frau als Ärztin oder Unternehmerin angesprochen wird, löst das Problem nicht. Viele Frauen haben ein Problem damit, eine Frau zu sein. Sie tun sich selber leid, warum auch immer. Das Problem liegt also bei der Frau selbst. Gender-Argumente mit Bürgerinnen/Bürger etc. sollten abgeschafft werden.
Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?
Als Kind wollte ich immer zum Zirkus und Zirkusdirektor werden. Nach Aussage meines Mannes bin ich nun auch im Wesentlichen ein Zirkusdirektor.
Sabine Böhmer
J. R. Schmatz GmbH
https://bauplanung-schmatz.de