Power für Körper, Kopf und Team: Inspiration für gesunde und starke Arbeitswelten
Jametlene Teskp, Unsplash
Der Förderdschungel der öffentlichen Hand bedarf eines kleinen Wegweisers.
Als natürlicher Ansprechpartner für Unternehmer, die Fachkräfte suchen, müsste das Bundeswirtschaftsministerium die erste Wahl sein. Ist es auch, allerdings nicht alleine.
Für einen ersten Überblick ist die Seite foerderdatenbank.de des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klima (BMWK) ein guter Start. Man sollte sich etwas Zeit nehmen. Allein der Eintrag „Fachkräfte“ in die Suchmaske der Datenbank generiert 299 unterschiedliche Vorschläge. Hier tauchen je nach Anfrage auch länderspezifische Programme auf, etwa die Förderung der „Fachkräftesicherung und Weiterbildung in Schleswig-Holstein“ oder auch „Pflegekräfte aus dem Ausland gewinnen“. Wer also keiner Pflegeeinrichtung vorsteht oder nicht in Norddeutschland unternehmerisch tätig ist, dem sei dringend angeraten, die Filterfunktion zu nutzen. Das spart schweißtreibende Umwege im Unterholz des Förderdschungels.
So können interessierte Unternehmer nach dem Kriterium „Förderberechtigte“ filtern - denn zahlreiche Programme richten sich an Verbände, Bildungseinrichtungen, Hochschulen oder Kommunen. Der Klick auf „Unternehmen“ spart unnötiges Aussortieren. Unternehmer können vorab wählen, ob sie ein Darlehen oder einen Zuschuss bevorzugen. Auch die Unternehmensgröße kann gefiltert werden, ebenso das Bundesland. Wählt man dann unter „Förderbereich“ den Punkt „Arbeit“, erhält man schließlich zwei Treffer, einer davon ist ein EU-Förderprogramm, „Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten: weiter bilden und Gleichstellung fördern“. Hier erfahren Unternehmen, dass sie bei einem Ausbau ihres Weiterbildungsangebots einen Zuschuss erhalten. Allerdings müssen sie warten, bis alle sechs Monate ein „Förderaufruf“ veröffentlicht wird, auf den sie dann eine „Interessensbekundung“ einreichen können. Das wiederum geschieht auf der Seite des Förderportals Z-EU-S, auf dem man sich registrieren muss. Wenn kleine Unternehmen so weit gekommen sind, ist das Ergebnis erstmal enttäuschend.
Mittelständler, die diesen Dschungel meiden möchten, seien an eine Unterbehörde des Wirtschaftsministeriums verwiesen, die man beim Thema Fachkräfte nicht unbedingt im Sinn hat: das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Auch Wirtschaftsförderung gehört zu ihren Aufgaben. Tatsächlich existiert auf der Homepage (bafa.de) ein Reiter „Wirtschaft“, und dort findet man den Eintrag „Fachkräfte“. Leider sind hier nur fünf Förderprogramme gelistet, von denen lediglich drei den Mittelstand direkt ansprechen. Die aber sind angenehm übersichtlich sortiert und kommen ohne die behördenübliche Anpreisungslyrik aus.
Rund 140 geförderte Berater konzentrieren sich auf die Besetzung der zahlreichen freien Lehrstellen mit jungen Erwachsenen. Sie beraten Mittelständler, ermitteln den Bedarf an Auszubildenden, erstellen Anforderungs- und Stellenprofile, suchen in Schulen, auf Messen und im Netz nach geeigneten Kandidaten und sichten Bewerbungsunterlagen. Mit Hilfe von Auswahlgesprächen versuchen die Berater, die Fähigkeiten der Jugendlichen richtig einzuschätzen, eine Vorauswahl geeigneter Bewerber zu treffen und dem Betrieb einen möglichst passgenauen Vorschlag zu unterbreiten.
Ab 2023 schrumpft das Fachkräftepotenzial dramatisch, weil dann die riesige Zahl an Babyboomern nach und nach in Rente geht.
Quelle: Bertelsmann-Stiftung
Unternehmer der betreffenden Branchen erhalten Zuschüsse, wenn sie ihren Mitarbeitern Weiterqualifizierungsmaßnahmen zum Thema Heizungswärmepumpen vermitteln, also externe Schulungen oder ein Coaching an der Wärmepumpe durch einen qualifizierten Externen beim Unternehmen vor Ort zum Einbau und zur Einregulierung der Anlage. Pro Unternehmen werden Zuschüsse bis maximal 5.000 Euro gewährt.
„Willkommenslotsen“ ist ein Programm zur Unterstützung von Unternehmen bei der betrieblichen Integration von Geflüchteten. Rund 65 dieser Lotsen unterstützen kleine und mittlere Unternehmen bei der Integration von Geflüchteten in Ausbildung, Praktikum oder Beschäftigung. Aufgabe der Lotsen ist die Beratung von Unternehmen im Kontext der betrieblichen Integration. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Betreuung nach der Vermittlung eines Geflüchteten, um den Ausbildungserfolg zu sichern.
Eine weitere Fördermaßnahme für Mittelständler ist das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung, kurz KOFA (kofa.de). Es unterstützt Mittelständler bei der Gestaltung ihrer Personalarbeit. Unternehmer, die hier auf konkrete Fördermaßnahmen hoffen, mögen enttäuscht sein, gleichwohl lohnt ein Blick, denn KOFA bietet eine gut aufgearbeitete Liste von Ratschlägen zur Akquise neuer und Bindung bestehender Fachkräfte. So finden sich ausführliche Handreichungen etwa zur betrieblichen Weiterbildung, zum E-Learning oder Tipps zur strukturierten Personalbedarfsplanung, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Das Thema der wachsenden Potenziale von Quereinsteigern in die IT-Branchen wird genauso angesprochen wie die Rekrutierung und Ausbildung neuer Fachkräfte durch die Optimierung von Stellenanzeigen, die Auswahl der geeigneten Stellenbörse, die Nutzung von Personalvermittlern sowie Zeitarbeit und vieles mehr.