Beim Nachfolgeforum am Mittwoch drehte sich alles um die frühzeitige und gelungene Übergabe im Mittelstand und wie Unternehmen diese entscheidend gestalten können.
Die Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums, lediglich zwei Atomkraftwerke in einer Noteinsatzreserve zu belassen, ist angesichts der sich zuspitzenden Energielage weiterhin realitätsfern.
Achim von Michel, Politikbeauftragter im BVMW Bayern, äußert sich dazu: „Deutschland hat ein erhebliches Stromproblem, im Süden wird es wahrscheinlich dramatisch werden. In dieser Krise müssen deshalb alle verfügbaren Stromreserven mobilisiert werden. Jede Kilowattstunde, die zusätzlich produziert wird, trägt dazu bei, sowohl Unternehmen als auch Bevölkerung zu entlasten. Stattdessen stellt die Bundesregierung einmal mehr Ideologie über Pragmatismus, gefährdet den bayerischen Mittelstand und riskiert so Wohlstand und Arbeitsplätze.“
Wie eine Umfrage des BVMW aus dem August zeigt, leiden über 72 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland unter den explodierenden Energiepreisen. Fast die Hälfte der befragten Firmen sieht sich sogar akut in ihrer Existenz bedroht. Es drohen eine beispiellose Pleitewelle im Mittelstand und der Verlust von Millionen Arbeitsplätzen.
„Für den Mittelstand ist eine bezahlbare Stromversorgung existenzielle Grundlage für sämtliches Wirtschaften. Mit dieser verheerenden Fehlentscheidung riskiert die Politik eine der schwersten Wirtschaftskrisen, die Deutschland je hatte. Bayern wird darunter besonders leiden, da im Freistaat noch rund 15 Prozent des Stroms aus Kernkraftwerken kommt“, so von Michel. „Viele Experten betonen, dass ein Weiterbetrieb der Atomkraftwerke bis mindestens 2024 nötig sein wird, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“
Neben der Preisexplosion sieht der BVMW Bayern auch weiterhin die Gefahr regionaler Stromausfälle. Daher hatte der BVMW Bayern die bayerische Staatsregierung bereits letzte Woche dazu aufgefordert, sich gemeinsam mit den Kommunen auf mögliche Blackout-Szenarien vorzubereiten, da für den Winter mit dem Schlimmsten gerechnet werden muss.