Die SIDAPRON GmbH aus Rimsting (Landkreis Rosenheim) ist das neueste Mitgliedsunternehmen im Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW e.V.) in Rosenheim.
N. Satzger
Der Jahresauftakt 2026 des Der Mittelstand.BVMW in Rosenheim setzte Zeichen gegen Vorurteile und für inklusive Personalpolitik. Es war ein Aufruf an Unternehmen, jetzt zu handeln.
Mit der Veranstaltung „Arbeit ist für alle da!“ startete Nadja Satzger, Repräsentantin des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft (Der Mittelstand.BVMW e.V.), ihren persönlichen Jahresauftakt 2026. In einer Zeit, in der Fachkräftemangel und strukturelle Herausforderungen viele Unternehmen belasten, bot diese Veranstaltung nicht nur Denkanstöße, sondern auch konkrete Lösungsansätze.
Die Botschaft am 27. Januar 2026 war klar: Diversität und Inklusion sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – sowohl für die Wirtschaft als auch für die Gesellschaft.
„Rosenheim ist eine vergleichsweise junge Stadt“, betonte Oberbürgermeister Andreas März in seiner Auftaktrede. Doch selbst hier, wo der Durchschnittsalter niedriger ist als in vielen anderen Regionen Deutschlands, macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar. Die Stadt setze sich selbst zum Ziel, bei der Personalgewinnung mit mutigen Initiativen voranzuschreiten, so März.
Mit einem Zitat von Michael Jackson unterstrich er diese Haltung: „If you wanna make the world a better place, start with the man in the mirror.“
Ein Appell, der weit über Rosenheim hinausgeht – denn das Problem beginnt oft im eigenen Denken. Doch wie lässt sich dieser Perspektivwechsel umsetzen?
Sebastian Wächter, Experte für inklusive Personalpolitik („Barrierefrei im Kopf), deckte in seinem Vortrag auf, wie tief verwurzelt Vorurteile in der Arbeitswelt sind. Das betrifft nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch Homosexuelle, Menschen mit Migrationshintergrund oder Frauen mit (potentiellem) Kinderwunsch. Oft werden diese Gruppen verallgemeinernd als weniger leistungsfähig, weniger zuverlässig oder weniger langfristig im Unternehmen eingebunden eingestuft.
Doch woher kommt diese verzerrte Wahrnehmung? Wächter verwies auf Studien, die zeigen, dass Menschen dazu neigen, Risiken im Verhältnis 3:1 höher zu gewichten als Chancen. Bedingt ist dies durch die Prägung dieses Musters in unserer DNA – aber wir können es hinterfragen. Der Schlüssel dazu liegt in einem bewussten Perspektivwechsel, besonders am Arbeitsplatz. Denn die wenigsten Menschen haben im privaten Umfeld Kontakt z.B. mit Menschen mit Behinderung oder suchen diesen aktiv.
Eine der brennendsten Fragen: Wie geht man mit Vorurteilen in der Belegschaft um? Wächter betonte, dass es hier keine allgemeingültige Lösung gibt. Es gibt zahlreiche Fälle, in denen die Einbindung der Belegschaft Vorurteile oder Barrieren abgebaut hat.
In vielen Fällen hat auch die Geschäftsleitung entgegen Widerständen von Mitarbeitenden Integration gefördert und Denkweisen haben sich erst nach erfolgreicher Integration geändert.
Häufig entstehen diese Hürden aus Unwissenheit: Organisatorische Herausforderungen, Kündigungsschutz oder administrative Hemmnisse werden oft als unüberwindbar wahrgenommen. Eine weit verbreitete Fehlannahme ist etwa, dass man Menschen mit Behinderung nicht im Rahmen einer Probezeit testen kann. Doch das Inklusionsamt und soziale Stellen bieten Unterstützung – von Förderungen bis hin zu Mentoring-Programmen.
Impuls Nadja Satzger
Teilnehmer/innen Jahresauftakt 2026
Sebastian Wächter ("Barrierefrei im Kopf")
Diskussionsrunde Jahresauftakt 2026 Rosenheim
Gruppenfoto Organisatoren, Politik, Sponsoren Jahresauftakt 2026
Buffet zum Abschluss
Die Erfahrungen zeigen: Menschen mit Handicap oder aus benachteiligten Gruppen wirken sich oft sehr positiv auf die Unternehmenskultur aus. Sie sind in der Regel besonders dankbar für das Vertrauen in sie und die Chance, die ihnen gegeben wird – was sich direkt auf Motivation und Mitarbeiterbindung auswirkt.
Doch der Druck ist groß: Bis 2030 werden rund fünf Millionen Menschen den deutschen Arbeitsmarkt verlassen. Die Integration gut ausgebildeter Fachkräfte ist kein Luxus mehr, sondern ein Muss.
„Arbeit ist für alle da!“ war mehr als ein Jahresauftakt – es war ein Weckruf. Die Botschaft ist klar: Vorurteile überwinden, Barrieren abbauen und mutige Schritte in Richtung Inklusion sind nicht optional, sondern eine Überlebensstrategie in Zeiten des Fachkräftemangels.
Ein besonderer Dank gilt der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, die als Gastgeber dieses Event unterstützt hat!
Sie wollen als Unternehmen mit dem BVMW e.V. eine Veranstaltung in der Region organisieren? Dann jetzt Kontakt aufnehmen.
Der Experte: