Toni Müller und Barbara Herbst in der Diskussion nach Vortrag

Themen

GTC Gummersbach, 06.05.2026

Vom Experiment zur Wertschöpfung

– KI-Praxisberichte aus dem Mittelstand

Autorin: Barbara Herbst

Mit großer Resonanz startete gestern die BVMW-Veranstaltung „Vom Experiment zur Wertschöpfung – KI-Praxisberichte aus dem Mittelstand“. Rund 60 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, spannende Einblicke in konkrete KI-Anwendungen aus Dienstleistungs- und produzierenden Unternehmen zu erhalten.

Barbara Herbst, Repräsentantin des BVMW im Oberbergischen Kreis, hatte Experten aus dem Mittelstand eingeladen, die ihre Projekte offen vorstellten und ihre Erfahrungen mit dem Publikum teilten.

 

Alle Referenten werden von Barbara Herbst vorgestellt

Bereits der Begrüßungsimpuls von Susanne Roll, Geschäftsführerin des GTC, machte deutlich: Deutschland hat beim Thema Digitalisierung und dem Einsatz von KI im europäischen und internationalen Vergleich noch Nachholbedarf. Umso wichtiger sei es, dass sich gerade mittelständische Unternehmen jetzt aktiv mit den Möglichkeiten neuer Technologien beschäftigen.

Henning Berger Geschäftsführer der BHK Steuerberatungskanzlei zeigte praxisnah auf, dass insbesondere wiederkehrende Daten, große Textmengen und regelbasierte Inhalte ideale Einsatzfelder für KI darstellen.

Einen besonders prägnanten Gedanken brachte Henning Berger mit seiner „Mäusestrategie“ auf den Punkt: „Es ist besser, den alten Käse frühzeitig zu verlassen.“ Sein Appell an den Mittelstand war eindeutig – jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich intensiv mit KI auseinanderzusetzen.

Patrick Sperling, Geschäftsführer der Schumacher GmbH Federn- und Stanztechnik  berichtete aus einem INQA-Coaching-Prozess, bei dem gemeinsam mit den Mitarbeitenden 61 mögliche Einsatzfelder für KI identifiziert wurden. Für 16 dieser Fälle existierten bereits marktreife Lösungen. Gleichzeitig wurde deutlich: Nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch wirtschaftlich sinnvoll. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bleibt die Frage der Amortisation entscheidend.

Wie KI langfristig die Nacharbeit von Chargen reduzieren kann, erläuterte Henrik Schwabe , KI-Projektverantwortlicher  bei PRINZ VERBINDUNGSELEMENTE GmbH. Dabei wurde klar, dass erfolgreiche KI-Projekte vor allem die richtigen Daten und ausreichende Datenmengen benötigen.

Auch Anne Gräßel, Haed of Controlling in der Rolf Kind GmbH stellte konkrete Anwendungen für KI im Controlling und angrenzenden Bereichen vor. Besonders beeindruckend war die Automatisierung des Managements heterogener Datenbestände, wodurch bereits heute eine Zeitersparnis von rund 40 Prozent erzielt wird. Gleichzeitig bleibt eine manuelle Kontrollinstanz mit klaren Prüfschemata notwendig.

Für einen eindrucksvollen Abschluss sorgte Toni Müller, Geschäftsführer der invokable GmbH mit einer Live-Demonstration seines Vertriebsagenten für die Kaltakquise. Sein Ausblick zeigte, wie schnell heute individuelle KI-Lösungen entwickelt werden können. So könne beispielsweise innerhalb von zwei Tagen ein unternehmensspezifisches CRM-System entstehen.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Neben den spannenden Vorträgen wurde die Zeit zum Netzwerken intensiv genutzt und es entstanden zahlreiche neue Kontakte.

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