Parlamentarisches Frühstück mit MdB Sebastian Roloff (SPD)
Parlamentarisches Frühstück mit Dr. Martin Plum, MdB
Im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages trafen sich heute Vertreter der Mittelstandsallianz zu einem intensiven Austausch mit Dr. Martin Plum MdB (CDU). Als Obmann des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz sowie Mitglied im Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung stand Plum Rede und Antwort zu den drängenden Fragen der regulatorischen Entlastung für den deutschen Mittelstand.
Als ehemaliger Richter am Arbeitsgericht und Experte für Staatsmodernisierung brachte Plum eine tiefgreifende juristische Expertise in die Debatte über regulatorische Entlastungen ein. Die Diskussion wurde mit einer Analyse der regulatorischen Herkunft der Bürokratie eröffnet, wobei Plum erläuterte, dass mittlerweile rund 60 % der gesetzlichen Herausforderungen ihren Ursprung in Brüssel haben. Es wurde zudem angemahnt, dass ein verstärktes Engagement in den europäischen Entscheidungsprozessen essenziell sei, um die teils unnötige Verschärfung von EU-Richtlinien bei der nationalen Umsetzung – das sogenannte „Gold-Plating“ – bereits im Keim zu ersticken. Zudem sei das Monitoring der Berichterstatter zwingend notwendig, damit es auch auf nationaler Ebene, speziell in den Ministerien, nicht zu Zusatzregelungen käme. Die aktuelle Umsetzungspraxis wurde dabei als mangelhaft kritisiert, da sie oft zu einer massiven Mehrbelastung führe, ohne den intendierten Nutzen voll zu entfalten.
Im weiteren Verlauf des Austauschs rückten die spezifischen Schmerzpunkte des Mittelstands in den Fokus, wobei insbesondere die kleinteiligen bürokratischen Anforderungen in den Lieferketten und die ausufernden Dokumentationspflichten als existenzbedrohend für etablierte Geschäftsmodelle bezeichnet wurden. Ein zentrales Problem der deutschen Arbeitswelt bleibe zudem das Statusfeststellungsverfahren, dessen langwierige Prozesse die Flexibilität der Unternehmen massiv einschränken. Dr. Plum pflichtete bei, dass das Recht in Deutschland derzeit oft zu unterschiedlich ausgelegt werde, was die Planungssicherheit untergrabe und eine stärkere Harmonisierung zwischen den großen Gesetzespaketen zwingend erforderlich mache. Auch die aktuellen Entwicklungen bei der KI könnten hilfreich sein, um die Abstimmung der Gesetze zu verbessern.
Zum Abschluss des Dialogs skizzierte Dr. Plum seinen Kurs für eine echte Strukturreform, die über bloße Symptombekämpfung hinausgeht. Er forderte eine stärkere Kontinuität und Verantwortlichkeit innerhalb der Bundesregierung. Zudem wird jedes Ministerium künftig transparent darlegen, welche strukturellen Entlastungen es in seinem Bereich vorantreibt. Mit Instrumenten wie dem „Once-Only-Prinzip“ und dem ambitionierten Ziel einer Entlastung von 16 Milliarden Euro soll der Bürokratierückbau schrittweise zum Motor für neues Wachstum und Vertrauen am Standort Deutschland werden.
Das Parlamentarische Frühstück schlug erfolgreich die Brücke zwischen parlamentarischer Willensbildung und unternehmerischer Realität. Dr. Martin Plum nahm zahlreiche Impulse – insbesondere zum drängenden Thema der Entbürokratisierung und der Staatsmodernisierung – für seine weitere Arbeit im Rechts- und Digitalausschuss mit.