Relevante Entwicklungen aus Politik, Industrie und Märkten – kompakt, vertrauenswürdig und auf den Mittelstand ausgerichtet.
Bedarfssituation verstehen. Anschlussfähigkeit schaffen. Verlässlichkeit nachweisen.
Die sicherheits- und verteidigungspolitische Zeitenwende ist längst im industriellen Alltag angekommen. Steigende Verteidigungshaushalte, konkrete Beschaffungsprogramme und der wachsende Bedarf an verlässlichen Lieferketten verändern aktuell die Anforderungen an Unternehmen spürbar. Für den Mittelstand stellt sich damit nicht mehr die Frage, ob der Defence-Markt relevant ist, sondern wie ein Einstieg oder eine Positionierung realistisch, strukturiert und belastbar gelingen kann.
Genau an diesem Punkt setzt das Wertschöpfungsnetzwerk Sicherheits- und Verteidigungsindustrie an: mit dem Ziel, Orientierung zu schaffen, Bedarfssituationen transparent zu machen und Anschlussfähigkeit jenseits von Schlagworten und Einzelmaßnahmen zu ermöglichen.
Der Markt der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Politische Entscheidungen, sicherheitspolitische Lagen und massive Investitionsprogramme führen dazu, dass Beschaffung heute nicht mehr nur angekündigt, sondern konkret umgesetzt wird. Für den Mittelstand stellt sich damit nicht mehr die Frage ob, sondern wie eine Beteiligung sinnvoll und realistisch möglich ist.
Vor diesem Hintergrund fand am 26. Januar 2026 das 5. Treffen des Wertschöpfungsnetzwerks Sicherheits- und Verteidigungsindustrie des Der Mittelstand. BVMW in Hagen statt. Ziel der Veranstaltung war es, die aktuelle Bedarfssituation einzuordnen, reale Anforderungen transparent zu machen und den nächsten Schritt in Richtung strukturierter Anschlussfähigkeit zu gehen.
Zum Auftakt wurde bewusst ein Blick auf das bisher Erreichte geworfen. Das Wertschöpfungsnetzwerk verfolgt seit seinem Start einen klaren Dreiklang: Wissen, Austausch und Sichtbarkeit. 2025 stand dabei insbesondere die Orientierung im Vordergrund – mit Veranstaltungen zu Marktzugang, Zertifizierungen, Sichtbarkeit und regulatorischen Rahmenbedingungen.
Mit dem Jahreswechsel 2026 hat sich der Fokus verschoben. Die zentrale Frage lautet nun:
Was wird aktuell tatsächlich benötigt – und welche Anforderungen ergeben sich daraus für Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette?
Im Impulsvortrag zur Bedarfssituation wurde deutlich, dass die Investitionen im Verteidigungsbereich längst in der operativen Umsetzung angekommen sind. Steigende Verteidigungshaushalte, zusätzliche Sondervermögen und eine wachsende Personalstärke der Bundeswehr führen zu konkreten Beschaffungs- und Modernisierungsbedarfen.
Diese betreffen unter anderem:
Für den Mittelstand bedeutet das:
Die Chancen liegen nicht ausschließlich bei Großprojekten, sondern insbesondere in stabilen, verlässlichen Zulieferrollen – häufig auf Tier-2- oder Tier-3-Ebene. Entscheidend ist dabei nicht die Größe des Unternehmens, sondern dessen Belastbarkeit an den Schnittstellen.
Ein weiterer Programmpunkt widmete sich der industriellen Perspektive. Am Beispiel von Hochleistungsmaterialien für sicherheitsrelevante Anwendungen wurde aufgezeigt, wie technologische Kompetenz, Werkstoffwissen und Prozessstabilität zusammenspielen müssen, um im Defence-Umfeld bestehen zu können.
Deutlich wurde auch:
Technologische Leistungsfähigkeit allein reicht nicht aus. Erst im Zusammenspiel mit dokumentierten Prozessen, Qualitätssystemen und klaren Verantwortlichkeiten entsteht die notwendige Verlässlichkeit für sicherheitskritische Anwendungen.
Ein zentraler Meilenstein der Veranstaltung war der Startschuss für das Prädikat „Defence Ready“. Dieses Prädikat setzt genau dort an, wo viele Unternehmen aktuell stehen: zwischen grundsätzlichem Interesse am Defence-Markt und der Frage, ob die eigenen Strukturen tatsächlich anschlussfähig sind.
Die Grundidee hinter Defence Ready ist klar:
Bewertet werden dabei unter anderem:
Mit dem gestrigen Treffen wurde aus dem Konzept ein konkreter Fahrplan: von der Selbsteinschätzung über Plausibilitätschecks bis hin zur Vergabe des Prädikats.
Charakteristisch für das Wertschöpfungsnetzwerk ist der offene Austausch. In der Q&A-Runde und den Diskussionen zeigte sich deutlich, dass viele Unternehmen ähnliche Fragestellungen bewegen:
Genau hier setzt das Netzwerk an: nicht mit schnellen Lösungen, sondern mit Orientierung, Einordnung und realistischen nächsten Schritten.
Der Blick nach vorne zeigt, dass 2026 konsequent genutzt wird, um den eingeschlagenen Weg zu vertiefen. Geplante Veranstaltungen widmen sich unter anderem:
Bereits am 16. März 2026 wird der nächste Termin stattfinden und den begonnenen Prozess fortführen.
Der Defence-Markt ist kein Sprint, aber auch kein Spaziergang. Für den Mittelstand eröffnen sich reale Chancen – vorausgesetzt, der Einstieg erfolgt strukturiert, realistisch und belastbar. Das Wertschöpfungsnetzwerk Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bietet hierfür einen Rahmen, der Orientierung schafft und Unternehmen dabei unterstützt, ihre Rolle in der Wertschöpfungskette klar zu definieren.
Ihr Ansprechpartner
Markus Krüger
Repräsentant ‒ Hagen, Märkischer Kreis, Ennepe-Ruhr-Kreis