Wertschöpfungsnetzwerk SVI

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Hagen, 27.01.2026 Lesezeit: 2 Minuten

5. Treffen im Wertschöpfungsnetzwerk Sicherheits- und Verteidigungsindustrie

Bedarfssituation verstehen. Anschlussfähigkeit schaffen. Verlässlichkeit nachweisen.

Autor: Markus Krüger

Die sicherheits- und verteidigungspolitische Zeitenwende ist längst im industriellen Alltag angekommen. Steigende Verteidigungshaushalte, konkrete Beschaffungsprogramme und der wachsende Bedarf an verlässlichen Lieferketten verändern aktuell die Anforderungen an Unternehmen spürbar. Für den Mittelstand stellt sich damit nicht mehr die Frage, ob der Defence-Markt relevant ist, sondern wie ein Einstieg oder eine Positionierung realistisch, strukturiert und belastbar gelingen kann.

Genau an diesem Punkt setzt das Wertschöpfungsnetzwerk Sicherheits- und Verteidigungsindustrie an: mit dem Ziel, Orientierung zu schaffen, Bedarfssituationen transparent zu machen und Anschlussfähigkeit jenseits von Schlagworten und Einzelmaßnahmen zu ermöglichen.

Der Markt der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Politische Entscheidungen, sicherheitspolitische Lagen und massive Investitionsprogramme führen dazu, dass Beschaffung heute nicht mehr nur angekündigt, sondern konkret umgesetzt wird. Für den Mittelstand stellt sich damit nicht mehr die Frage ob, sondern wie eine Beteiligung sinnvoll und realistisch möglich ist.

Vor diesem Hintergrund fand am 26. Januar 2026 das 5. Treffen des Wertschöpfungsnetzwerks Sicherheits- und Verteidigungsindustrie des Der Mittelstand. BVMW in Hagen statt. Ziel der Veranstaltung war es, die aktuelle Bedarfssituation einzuordnen, reale Anforderungen transparent zu machen und den nächsten Schritt in Richtung strukturierter Anschlussfähigkeit zu gehen.

Vom Rückblick zur Einordnung: Warum jetzt Klarheit zählt

Zum Auftakt wurde bewusst ein Blick auf das bisher Erreichte geworfen. Das Wertschöpfungsnetzwerk verfolgt seit seinem Start einen klaren Dreiklang: Wissen, Austausch und Sichtbarkeit. 2025 stand dabei insbesondere die Orientierung im Vordergrund – mit Veranstaltungen zu Marktzugang, Zertifizierungen, Sichtbarkeit und regulatorischen Rahmenbedingungen.

Mit dem Jahreswechsel 2026 hat sich der Fokus verschoben. Die zentrale Frage lautet nun:
Was wird aktuell tatsächlich benötigt – und welche Anforderungen ergeben sich daraus für Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette?

Bedarfssituation: Zahlen, Fakten und Konsequenzen für den Mittelstand

Im Impulsvortrag zur Bedarfssituation wurde deutlich, dass die Investitionen im Verteidigungsbereich längst in der operativen Umsetzung angekommen sind. Steigende Verteidigungshaushalte, zusätzliche Sondervermögen und eine wachsende Personalstärke der Bundeswehr führen zu konkreten Beschaffungs- und Modernisierungsbedarfen.

Diese betreffen unter anderem:

  • militärische Beschaffung und Materialerhaltung,
  • Ausrüstung, Munition und Mobilität,
  • Führungs- und Kommunikationssysteme,
  • Infrastruktur sowie unterstützende Systeme.

Für den Mittelstand bedeutet das:
Die Chancen liegen nicht ausschließlich bei Großprojekten, sondern insbesondere in stabilen, verlässlichen Zulieferrollen – häufig auf Tier-2- oder Tier-3-Ebene. Entscheidend ist dabei nicht die Größe des Unternehmens, sondern dessen Belastbarkeit an den Schnittstellen.

Hochleistungsmaterialien und industrielle Tiefe

Ein weiterer Programmpunkt widmete sich der industriellen Perspektive. Am Beispiel von Hochleistungsmaterialien für sicherheitsrelevante Anwendungen wurde aufgezeigt, wie technologische Kompetenz, Werkstoffwissen und Prozessstabilität zusammenspielen müssen, um im Defence-Umfeld bestehen zu können.

Deutlich wurde auch:
Technologische Leistungsfähigkeit allein reicht nicht aus. Erst im Zusammenspiel mit dokumentierten Prozessen, Qualitätssystemen und klaren Verantwortlichkeiten entsteht die notwendige Verlässlichkeit für sicherheitskritische Anwendungen.

Defence Ready: Vom Bauchgefühl zum nachvollziehbaren Nachweis

Ein zentraler Meilenstein der Veranstaltung war der Startschuss für das Prädikat „Defence Ready“. Dieses Prädikat setzt genau dort an, wo viele Unternehmen aktuell stehen: zwischen grundsätzlichem Interesse am Defence-Markt und der Frage, ob die eigenen Strukturen tatsächlich anschlussfähig sind.

Die Grundidee hinter Defence Ready ist klar:

  • Orientierung für Auftraggeber und Tier-1-Partner,
  • Klarheit für Unternehmen über den eigenen Reifegrad,
  • ein nachvollziehbarer, strukturierter Nachweis statt informeller Einschätzungen.

Bewertet werden dabei unter anderem:

  • strategische Verankerung und Verantwortlichkeiten,
  • Qualität und Prozessstabilität (inkl. Orientierung an relevanten AQAP-Elementen),
  • Sicherheit, Compliance und Exportkontrolle,
  • Lieferfähigkeit, Resilienz und Rückverfolgbarkeit,
  • Netzwerk- und Kooperationsfähigkeit.

Mit dem gestrigen Treffen wurde aus dem Konzept ein konkreter Fahrplan: von der Selbsteinschätzung über Plausibilitätschecks bis hin zur Vergabe des Prädikats.

Austausch auf Augenhöhe statt Vertriebsveranstaltung

Charakteristisch für das Wertschöpfungsnetzwerk ist der offene Austausch. In der Q&A-Runde und den Diskussionen zeigte sich deutlich, dass viele Unternehmen ähnliche Fragestellungen bewegen:

  • Wo stehen wir heute wirklich?
  • Welche Anforderungen unterschätzen wir?
  • Wie vermeiden wir Fehlanläufe und unnötige Investitionen?

Genau hier setzt das Netzwerk an: nicht mit schnellen Lösungen, sondern mit Orientierung, Einordnung und realistischen nächsten Schritten.

Ausblick 2026: Strukturierter Aufbau statt Aktionismus

Der Blick nach vorne zeigt, dass 2026 konsequent genutzt wird, um den eingeschlagenen Weg zu vertiefen. Geplante Veranstaltungen widmen sich unter anderem:

  • Kommunikation im Defence-Umfeld,
  • Erfahrungsrückblicken aus der Praxis,
  • sicherheitsrelevanten Compliance-Themen,
  • sowie dem politischen Dialog zwischen Mittelstand und Entscheidern.

Bereits am 16. März 2026 wird der nächste Termin stattfinden und den begonnenen Prozess fortführen.

Fazit

Der Defence-Markt ist kein Sprint, aber auch kein Spaziergang. Für den Mittelstand eröffnen sich reale Chancen – vorausgesetzt, der Einstieg erfolgt strukturiert, realistisch und belastbar. Das Wertschöpfungsnetzwerk Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bietet hierfür einen Rahmen, der Orientierung schafft und Unternehmen dabei unterstützt, ihre Rolle in der Wertschöpfungskette klar zu definieren.

Ihr Ansprechpartner

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Markus Krüger

Repräsentant ‒ Hagen, Märkischer Kreis, Ennepe-Ruhr-Kreis

Im Dünningsbruch 18

58095 Hagen

Germany

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