Produkte*Menschen*Perspektiven - Einblicke bei einen EMS-Dienstleister im Landkreis Greiz
Austausch und Einblicke in den Alltag der Thermischen Verwertungsanlage Schwarza
Wie kann aus Abfall Energie werden? Und wie gelingt es, Kreislaufwirtschaft im Mittelstand nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll umzusetzen?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich interessierte Unternehmer und Entscheider aus Industrie, Handwerk, Wissenschaft und Forschung in der Thermischen Verwertungsanlage Schwarza (TVS) in Rudolstadt. Organisiert von Kathrin Horn, Repräsentantin des BVMW Thüringen / Ost, war das Ziel dieser Veranstaltung, Mittelstand, Innovationen und nachhaltige Zukunftsthemen aktiv miteinander zu vernetzen. Zusätzlich bot sich dem gastgebenden BVMW-Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, sein verantwortungsvolles Portfolio auch überregional sichtbarer zu machen.
Im Mittelpunkt des kommunikativen Austausches stand die Rolle einer modernen thermischen Verwertung als Eigenbetrieb des ZASO (Zweckverband Abfallwirtschaft Saale-Orla) und Teil einer regionalen Kreislaufwirtschaft. Anfangs erhielten die Teilnehmenden durch Regina Butz, Geschäfts- und Werkleiterin des ZASO / TVS und Anlagenleiter Mike Sinnreich, spannende Einblicke in die Leistungsfähigkeit der Verwertungsanlage und die Bedeutung kommunaler Infrastruktur für die Versorgungssicherheit der Zukunft.
Bereits in der Einführung wurde deutlich, welche Dimensionen hinter moderner Abfall- und Energieverwertung stehen: Die TVS Schwarza verarbeitet jährlich rund 82.000 Tonnen Reststoffe und erzeugt daraus etwa 230.000 MWh Wärme pro Jahr. Die Anlage befindet sich seit 2009 im Regelbetrieb und zählt zu den wichtigen Bausteinen regionaler Energie- und Kreislaufwirtschaft.
Besonders eindrucksvoll war die Darstellung des geschlossenen regionalen Kreislaufsystems: Reststoffe werden energetisch verwertet, Prozessdampf regional eingespeist und Synergien mit Partnern vor Ort geschaffen. Dabei wurde deutlich, wie stark moderne thermische Verwertung heute auf Effizienz, regionale Integration und nachhaltige Ressourcennutzung ausgerichtet ist.
Auch Umweltbildung und gesellschaftliche Verantwortung spielten eine wichtige Rolle. Vorgestellt wurden Initiativen für Schulen, Kindergärten und Bildungseinrichtungen sowie der Beitrag kommunaler Unternehmen zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Die Botschaft war klar: Kreislaufwirtschaft beginnt nicht erst in der Industrie, sondern bereits beim gesellschaftlichen Bewusstsein für Ressourcen und Nachhaltigkeit.
Im Anschluss an den fachlichen Austausch erhielten die Teilnehmenden bei einer Anlagenbesichtigung direkte Einblicke in die technische Infrastruktur und die Prozesse der thermischen Verwertung. Die Stimmung unter den Unternehmerinnen und Unternehmern war geprägt von großem Interesse, intensiven Gesprächen und vielen praxisnahen Fragen.
Insbesondere zu aktuellen politischen Rahmenbedingungen, Energiefragen und den Herausforderungen in produzierenden Unternehmen kam eine heiße Diskussion auf. Die „900 Grad“ in der thermischen Verwertung wurden dabei fast symbolisch für das Unternehmertum in Deutschland. "So heiß brennt auch gerade die Luft im Mittelstand", so ein Unternehmer zur "brandheißen Lage", in der sich KMUs gerade befinden.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass Kreislaufwirtschaft im Mittelstand längst mehr ist als ein Zukunftsthema. Sie entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Erfolgsfaktor, insbesondere dann, wenn regionale Netzwerke, innovative Technologien und der Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis zusammenkommen.
Impressionen dieser Veranstaltung finden Sie in der Bildergalerie.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Regina Butz, Mike Sinnreich und dem gesamten Team der TVS / ZASO für die Gastfreundschaft, die vertrauensvolle Offenheit und die hervorragende Organisation dieser Netzwerkveranstaltung.
Kathrin Horn
Bildrechte: Kathrin Horn / Lisa Schreck