Manuela Ortmann

Manuela Ortmann

Themen

Unternehmertum
13.05.2026

Manuela Ortmann

Die Inhaberin von BGM - Mental-Fit-Forever - Mittelstand & Kommunen im Interview für die Initiative „Starke Frauen – Starker Mittelstand“.

Autorin: BVMW Bundeszentrale

Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmerin/Führungskraft zu werden?

Mein Weg in die Selbstständigkeit war kein klassischer Karriereplan, sondern das Ergebnis persönlicher Entwicklung. Prägende Erfahrungen – insbesondere ein Burnout und der Verlust meines Vaters – haben mir sehr deutlich gezeigt, wie zentral mentale Gesundheit, Selbstführung und innere Stabilität sind.

Ich habe erkannt, dass ich nicht nur für mich selbst Verantwortung übernehmen möchte, sondern auch für andere Menschen einen Unterschied machen kann. Aus dieser Haltung heraus ist meine Tätigkeit als Trainerin, Coachin und Seminarleiterin entstanden. Unternehmertum bedeutet für mich vor allem: Gestaltungsspielraum, Sinn und die Möglichkeit, echte Veränderung zu begleiten.

Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg nochmal gehen? Oder würden Sie etwas anders machen?

Ich würde diesen Weg definitiv wieder gehen – allerdings mit mehr Vertrauen und weniger Selbstzweifeln in den frühen Phasen. Rückblickend hätte ich mir früher erlauben dürfen, klarer Position zu beziehen, meine Expertise selbstbewusster zu vertreten und schneller in die Sichtbarkeit zu gehen. Viele Umwege waren wertvolle Lernprozesse, aber einige hätten sich mit mehr innerer Klarheit verkürzen lassen.

Welche Entscheidung würden Sie für sich als wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?

Die wichtigste Entscheidung war, mich konsequent mit meinen eigenen inneren Mustern, Glaubenssätzen und Prägungen auseinanderzusetzen. Diese Arbeit hat nicht nur mein persönliches Leben verändert, sondern ist heute die Grundlage meiner beruflichen Expertise. Ich habe gelernt: Nachhaltige Veränderung beginnt immer innen – und genau dort setze ich auch in meiner Arbeit an.

Was war die größte Herausforderung, die Ihnen begegnet ist?

Die größte Herausforderung war nicht der Markt oder der Wettbewerb, sondern mein eigener innerer Anspruch. Perfektionismus, das Bedürfnis, es allen recht zu machen, und hohe Selbstansprüche können im Unternehmertum schnell zur Belastung werden. Diese Muster zu erkennen und zu transformieren war ein entscheidender Schritt – hin zu mehr Leichtigkeit, Klarheit und Wirksamkeit.

Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv?

Aktuell arbeite ich intensiv daran, meine Impulsformate und Vortragsreihen strategisch weiterzuentwickeln und skalierbar zu machen. Dabei geht es mir vor allem darum, Unternehmen niedrigschwellige, aber wirkungsvolle Zugänge zum Thema mentale Gesundheit zu bieten – mit Formaten, die sowohl live als auch digital funktionieren und nachhaltig wirken.

Wodurch erfahren Sie besondere Wertschätzung für Ihre Arbeit?

Die größte Wertschätzung erlebe ich in den Rückmeldungen der Menschen, mit denen ich arbeite. Wenn Führungskräfte oder Mitarbeitende berichten, dass sich ihr Denken verändert hat, sie klarere Entscheidungen treffen oder wieder mehr bei sich selbst ankommen, dann zeigt mir das, dass meine Arbeit Wirkung hat – und genau das ist für mich entscheidend.

Welche Botschaft möchten Sie frisch gebackenen Unternehmerinnen oder Gründerinnen/Führungskräften mitgeben?

Sorgen Sie zuerst gut für sich selbst. Selbstführung ist die Grundlage für jede Form von Führung. Wer sich selbst nicht kennt, nicht regulieren kann und nicht klar in seinen Entscheidungen ist, wird langfristig weder gesund noch erfolgreich führen können.

Und: Haben Sie den Mut, Ihren eigenen Weg zu gehen – nicht den, von dem andere glauben, dass er der richtige ist.

Mit welchen wesentlichen Maßnahmen fördern Sie in Ihrem Unternehmen gezielt Female Empowerment und geben Ihren Mitarbeiterinnen Rückenwind?

In meiner Arbeit – sowohl mit Einzelpersonen als auch in Organisationen – setze ich gezielt auf:

  • Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit
  • Reflexion und Auflösung limitierender Glaubenssätze
  • Förderung klarer Kommunikation und Abgrenzungsfähigkeit
  • Sensibilisierung von Führungskräften für mentale Gesundheit und Gleichwertigkeit

Female Empowerment bedeutet für mich nicht Sonderbehandlung, sondern echte Befähigung, Frauen in ihre eigene Klarheit, Stärke und Verantwortung zu bringen.

Von der Politik erwarte ich hinsichtlich einer stärkeren Unterstützung von Unternehmerinnen und der Entwicklung von Frauen in Unternehmen im Allgemeinen…

… verlässliche Rahmenbedingungen, die Vereinbarkeit nicht nur ermöglichen, sondern aktiv fördern. Dazu gehören aus meiner Sicht:

  • mehr Flexibilität in Betreuungs- und Arbeitsmodellen,
  • gezielte Förderprogramme für Unternehmerinnen
  • sowie eine stärkere Sichtbarkeit weiblicher Führung und Unternehmertum.

Gleichzeitig braucht es ein Umdenken: weg von strukturellen Hürden, hin zu echten Chancenräumen.

Am meisten begeistert mich an meinem Beruf…

… dass ich echte Veränderung bei Menschen begleiten darf. Es berührt mich immer wieder, wenn jemand erkennt, dass er oder sie nicht Opfer der eigenen Gedanken ist, sondern Gestaltungsspielraum hat. Diese Momente, in denen sich Perspektiven verschieben und plötzlich wieder Klarheit, Ruhe und Selbstvertrauen entstehen – genau dafür gehe ich los.

Wie bereiten Sie sich auf einen wichtigen Termin vor?

Ich bereite mich nicht nur fachlich vor, sondern vor allem mental. Das bedeutet für mich: Ich sorge bewusst für innere Ruhe, Klarheit und Fokus. Ich nehme mir Zeit, um bei mir selbst anzukommen, meine Intention für den Termin zu setzen und mich auszurichten: Was möchte ich bewirken? Welche Haltung möchte ich einnehmen? Denn ich bin überzeugt: Die Qualität meiner inneren Verfassung entscheidet maßgeblich über die Wirkung im Außen.

Ein guter Tag beginnt für mich mit…

… einem Moment der Stille und der Reflektion „Wie geht es mir heute?“. Bevor ich in den Trubel des Tages starte, nehme ich mir bewusst Zeit für mich – ohne Ablenkung, ohne äußere Einflüsse. Das kann ein ruhiger Kaffee sein, ein paar bewusste Atemzüge oder ein kurzer Check-in mit mir selbst. Dieser Moment entscheidet oft darüber, ob ich den Tag reaktiv erlebe – oder ihn aktiv gestalte.

Warum ist ein starkes Netzwerk für Unternehmerinnen/Führungskräfte besonders wichtig?

Weil Unternehmertum kein Einzelkampf ist. Ein starkes Netzwerk bietet nicht nur Austausch und neue Perspektiven, sondern auch Halt, Inspiration und manchmal genau den Impuls, den es braucht, um den nächsten Schritt zu gehen. Gerade in herausfordernden Phasen ist es entscheidend, Menschen an der Seite zu haben, die verstehen, wovon man spricht – und die einen sowohl fachlich als auch menschlich unterstützen.

Was hat Sie während Ihrer Selbstständigkeit/als Führungskraft am meisten überrascht?

Wie sehr der eigene innere Zustand und das eigene Mindset über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Ich habe anfangs gedacht, dass Strategie, Fachwissen und Positionierung die entscheidenden Faktoren sind. Heute weiß ich: Das Fundament ist immer die eigene innere Klarheit. Selbstzweifel, innere Unruhe oder unbewusste Muster wirken stärker, als viele glauben. Umgekehrt entsteht enorme Kraft, wenn man sich selbst gut kennt und führen kann.

Infos zur Person

Manuela Ortmann

  • Jahrgang: 1966
  • Berufsabschluss: Fremdsprachenkorrespondentin, Mediatorin, Trainerin, Coachin und Beraterin für mentale Gesundheit
  • Position: Inhaberin
  • Selbstständig/Führungskraft seit 2022
  • Auf LinkedIn vernetzen: linkedin.com/in/manuela-ortmann-166832132

Infos zum Unternehmen

BGM - Mental-Fit-Forever - Mittelstand & Kommunen
https://www.manuela-ortmann.com

  • Gründungsjahr: 2022
  • Branche: Coaching, Training und Beratung im Bereich mentale Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung
  • Firmensitz: Ulm, Baden-Württemberg, (Zweigstelle München, Bayern)
  • Mitarbeitende: Einzelunternehmerin

Verwandte Artikel