Von der Kunstschmiede zur E-Mobilität

Von der Kunstschmiedewerkstatt bis zum marktführenden Unternehmen für E-Mobilität war es ein weiter Weg. Aber die Walther-Werke aus dem pfälzischen Eisenberg hatten auch 125 Jahre Zeit für diesen Wandel, begleitet von beeindruckendem Wachstum.

Auftanken bei den Walther-Werken im rheinland-pfälzischen Eisenberg.

Jeder, der einmal ein E-Auto „betankt“ hat, dürfte dabei im übertragenen Sinne ein Walther-Produkt in der Hand gehabt haben. Denn der Typ-2-Stecker, der an alle hierzulande laufenden EAutos passt, wurde 2011 von Walther federführend entwickelt. Das war in diesem Bereich nicht der erste große Walther-Wurf. Schon der 1966 erfolgreich eingereichte internationale Normierungsvorschlag für einen Stromstecker nach Industrienorm ist noch heute als IEC 60309 weltweit gültig.

Ein wichtiger Wachstumsschritt war 2001 die Übernahme der Firma Bosecker, Spezialist für Stromverteiler und Trafostationen. 2020 wurde es dann endgültig sehr digital mit dem neuen Geschäftsbereich IPD (Intelligent Power Distribution), der sich intensiv mit intelligenten Verteilsystemen und IoT-Lösungen beschäftigt, also dem Internet der Dinge. Aktuell auf der Werkbank: die erste intelligente Steckverbindung der Welt.

Nachhaltigkeit fest im Blick

Heute beschäftigt Walther mehr als 500 Mitarbeiter an vier Standorten in Deutschland, zählt sechs Tochterunternehmen und rund 60 internationale Vertriebspartner. Die Schwerpunkte sind: Bau, Industrie, E-Mobilität und Freizeit. Vor allem in den Bereichen CEE-Steckvorrichtungen und Ladelösungen für Elektromobilität wirkt das Unternehmen stilprägend.

Analog zu den großen Themen unserer Zeit bekommen Energiewende und Nachhaltigkeit immer mehr Gewicht. Seit 2008 befasst sich Walther intensiv mit Ladelösungen für die immer wichtiger werdende Elektromobilität und arbeitet in verschiedenen Normungsgremien an nationalen und internationalen Standards wie dem bereits genannten Typ-2-Stecker als europäischem Standard.

Laden und Leasen

Auch vor Ort engagiert sich das Unternehmen und ermöglichte in seiner Heimat Eisenberg bereits 14 Ladepunkte. Auf dem eigenen Gelände gibt es mittlerweile einen Ladepark mit über 20 Ladepunkten, an denen die Mitarbeiter ihre Elektroautos kostenlos laden können, das Angebot soll bald erweitert werden. Die Nachfrage ist groß, wohl auch, weil die Mitarbeiter E-Bikes und E-Autos zu attraktiven Konditionen über die Firma leasen können. Auch so geht Mitarbeiterbindung im Mittelstand.

Im Rahmen der selbst gesetzten Green Agenda wird bis 2023 eine Photovoltaik-Anlage auf dem Werksgelände entstehen. Dazu baut Walther eine grüne Supply Chain auf und arbeitet konsequent an der Reduktion des eigenen CO2-Footprints.

Für das Jubiläumsjahr 2022 hat sich das Unternehmen so einiges vorgenommen. Besondere Aktionen und Maßnahmen sind geplant. Auf der Leitmesse Light + Building im Oktober wird der Hersteller verschiedene Produktneuheiten aus den Bereichen CEESteckvorrichtungen und E-Mobilität vorstellen.

 

Visitenkarte

WALTHER-WERKE Ferdinand Walther GmbH
Gründung: 1897 in Grimma
Firmensitz: Eisenberg (Rheinland-Pfalz)
Geschäftsführer: Kai Kalthoff
Anzahl Mitarbeiter: 500
BVMW-Mitglied

www.walther-werke.de

Guido Augustin
Leiter Öffentlichkeitsarbeit Rheinland-Pfalz

guido.augustin@bvmw.de

 


Foto: © Walther-Werke