Parlamentarischer Abend: Den demografischen Wandel gestalten

In einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft sinkt das Erwerbspersonenpotenzial stetig – mit erheblichen Konsequenzen für die Finanzen der sozialen Sicherungssysteme.

Berlin – In einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft sinkt das Erwerbspersonenpotenzial stetig – mit erheblichen Konsequenzen für die Finanzen der sozialen Sicherungssysteme. „Es müssen daher neue Lösungen gefunden werden, um die Sozialsysteme zukunftssicher gestalten und somit Unternehmen und ihrer Belegschaft einen entsprechenden stabilen Rahmen bieten zu können“, betonte Markus Jerger, Vorsitzender des Bundesverbandes Der Mittelstand. BVMW, zum Auftakt eines aktuellen Parlamentarischen Abend des Wirtschaftsverbandes und der Generali Deutschland AG unter dem Motto „KMUs auf dem Weg in die Silver Society – soziale Absicherung in Zeiten des Demografischen Wandels“.

Der Einladung zu der Veranstaltung im Berliner Regierungsviertel waren zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft gefolgt: Unter anderem diskutierten Staatssekretär Dr. Rolf Schmachtenberg (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Stefan Lehmann (Vorstandsvorsitzender Generali Deutschland AG), Professor Dr. Enzo Weber (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung), Dr. Martin Rosemann MdB (Sprecher der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der SPD-Bundestagsfraktion), Stephan Stracke MdB (Sprecher der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagsfraktion), Anja Schulz MdB (FDP, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales und Mitglied im Finanzausschuss) sowie Melanie Baum (Inhaberin und Geschäftsführerin der Baum Zerspanungstechnik e. Kfr.) die Frage der Zukunftsfähigkeit der deutschen Sozialsysteme.

„Unserem Rentensystem droht ab 2025 durch den Renteneintritt der Baby-Boomer-Generation der Finanzierungsnotstand. Bis 2040 sind es dann rechnerisch weniger als zwei Arbeitnehmer, die einen Rentner finanzieren“, erklärte Markus Jerger, BVMW-Vorsitzender. Wolle die Bundesregierung einen Kollaps der gesetzlichen Rentenversicherung verhindern, müsse sie endlich eine grundlegende Reform angehen. „Dazu gehören die Anpassung des Renteneintrittsalters auf 68 Jahre, mehr Anreize für Verdienstmöglichkeiten im Alter und die Einbeziehung der Beamten als Beitragszahler in die Sozialversicherung“, so Jerger weiter.

Auch Dr. Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, betonte: „Wir haben in der Tat ein echtes Transformationsjahrzehnt.“ Dazu zählt Schmachtenberg den demografischen Wandel, den Digitalisierungswandel und die Dekarbonisierung sowie die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg. Er machte deutlich: „In einer alternden Gesellschaft müssen wir kreativ sein und neue Wege gehen, um wirtschaftlichen Wohlstand und soziale Sicherheit zu gestalten.“  

Dies unterstrich auch Professor Dr. Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen” am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: „Wir müssen eine Reihe von Hebeln in Bewegung setzen, auch im Hinblick auf die Stabilisierung der Sozialversicherungssysteme und der Demografie.“ Dafür müsse zum einen die berufliche Bildung wieder stärker und attraktiver werden. Außerdem komme es auf eine offene Zuwanderungspolitik und die Stärkung von Potentialen von Frauen im Arbeitsmarkt an.

Hier geht es zur Aufzeichnung der Veranstaltung (LinkedIn).

 

 

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