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12.05.2023

News Ukraine April/Mai 2023

Verschaffen Sie sich einen schnellen Überblick über die wichtigsten und aktuellen Wirtschaftsentwicklungen in der Ukraine.

Die Geschäftserwartungen kehrten dank der Stabilisierung des Energiesystems und der verbesserten Verbraucherstimmung auf das Vorkriegsniveau zurück

Gemäß dem Index der Geschäftserwartungen der Nationalbank beurteilten Unternehmen aller Branchen, die an der Umfrage teilgenommen haben, die Ergebnisse und Aussichten ihrer Aktivitäten optimistischer. Der Index stieg von 45 im Februar auf 49,5 im März 2023 und näherte sich dem neutralen Niveau, was der höchste Wert seit Dezember 2021 ist.

Am optimistischsten beurteilten die Einzelhandelsunternehmen die Ergebnisse und Perspektiven ihrer Aktivitäten angesichts der Belebung der Verbraucherstimmung, der Verbesserung der Energieversorgungssituation und der Zunahme des Warenangebots. Diese Unternehmen haben ihre Erwartungen in Bezug auf Umsatz und Kaufvolumen von Verkaufsgütern deutlich verbessert.

Erstmals seit Februar 2022 erwarteten die Unternehmen eine Steigerung ihrer Finanzergebnisse im Vergleich zum Vormonat. Dies galt insbesondere für den erwarteten Anstieg des Produktionsvolumens und der Neubestellungen von Produkten, einschließlich Exportaufträgen.

Bedingt durch den Saisonfaktor haben auch die Unternehmen der Bauwirtschaft ihre pessimistischen Einschätzungen deutlich abgeschwächt.

Die Ukraine hat ihren Zuckerexport verfünffacht, insbesondere nach Europa

In den sieben Monaten des laufenden Marketingjahres, September 2022 bis August 2023, exportierte die Ukraine 265.000 Tonnen Zucker, was 4,8-mal mehr als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr ist, stellte der Leiter des Verbandes „Ukrtsukor“ („Ukrainischer Zucker“ – Ukr.), Nazar Myhajlowyn, fest.

Nach seinen Daten produzierten 23 ukrainische Zuckerfabriken 1,33 Millionen Tonnen Zucker im vergangenen Jahr, während ein Jahr zuvor 33 Unternehmen 1,45 Millionen Tonnen produzierten. Darüber hinaus wurde ein Überschuss und ein erheblicher Übertrag aus dem vorangegangenen Marketingjahr in Höhe von 491.000 Tonnen verzeichnet.

Unmittelbar nach Beginn der groß angelegten Invasion wurde der Zuckerexport für mehrere Monate gestoppt und im Juni wieder aufgenommen. Der Krieg und die Hafenblockade veränderten die Exportgeografie und verlagerten den Export in die EU. Darüber hinaus ist der Export in die EU derzeit von Zollquoten und Zöllen für die Ukraine befreit, was die Zuckerproduzenten dazu ermutigt, den Export in europäische Länder zu erhöhen.

Im März stellte die Ukraine einen Rekord für den Export landwirtschaftlicher Produkte seit Kriegsbeginn auf

Im vergangenen Monat hat die Ukraine 7,8 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Produkte verschifft, das sind 12 % mehr als im Februar. Dies ist der größte Indikator seit Kriegsbeginn, berichtet der ukrainische Klub für Agrarwirtschaft. Darüber hinaus gingen 51 % des Exports im März über den Getreidekorridor und der Rest über alternative Routen.

Die Struktur des Exports von landwirtschaftlichen Produkten im März ist wie folgt: Getreide - 5,7 Millionen Tonnen (+10 % gegenüber Februar), Ölfrüchte - 683.100 Tonnen (+23 %), Öle - 556.200 Tonnen (+28 %), Presskuchen – 454.700 Tonnen (+10 %).

Im März war in allen Gruppen landwirtschaftlicher Produkte ein Wachstum zu verzeichnen, was eine positive Tendenz darstellt. Experten machten auf das Hauptproblem aufmerksam, nämlich die große Differenz zwischen dem Weltmarktpreis und dem Preis auf dem ukrainischen Markt für die wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturen.

S&P hat das Rating der Ukrainischen Eisenbahn (Ukrzaliznytsia) auf das höchste Niveau seit Kriegsbeginn angehoben

Die internationale Ratingagentur S&P Global Ratings hat das Rating der UZ (Ukrzaliznytsia – Ukrainische Eisenbahn) auf das Niveau CCC+ angehoben. Wie das Unternehmen feststellte, entspricht das Rating dem souveränen Rating der Ukraine, das das höchste Rating der UZ unter den aktuellen Kriegsbedingungen ist.

Die kürzlich abgeschlossene Umschuldung von UZ in Höhe von 894,9 Millionen USD trug zur Erhöhung des Ratings bei. Als Ergebnis dieser Vereinbarung und anderer Projekte mit internationalen Partnern wurde die Liquidität des Unternehmens entlastet und seine vertraglichen Zahlungen für Schulden werden in Jahren 2023-2024 um mehr als 90 % reduziert.

Ukrzaliznytsia steigerte den Export aller Waren außer Getreide

Im März exportierte das Unternehmen 5,3 Millionen Tonnen Fracht (+73,4 %) im Vergleich zum Vorjahr und 4 % mehr als im Februar, sagte UZ-Chef Waleij Tkatschow.

Im März erreichte UZ (Ukrzaliznytsia – Ukrainische Eisenbahn) Rekordexportzahlen von Zement - 80.000 Tonnen (+51 % gegenüber Februar), Öl - 133.000 Tonnen (+7,3 %), Eisenmetallen - 357.000 Tonnen (+11,1 %).

Vor dem Hintergrund des Wachstums in alle Richtungen ging nur der Transport von Getreide für den Export zurück: Im März gingen sie im Vergleich zum Februar um 14,4 % (ein Rückgang von 418.000 Tonnen) zurück. In Richtung Westübergänge stiegen die Exporte um 45.000 Tonnen auf 917.000 Tonnen, in Richtung Häfen gingen sie jedoch um 334.000 Tonnen auf 1,59 Millionen Tonnen zurück.

Tkatschow berichtete auch, dass die Getreidemenge im April weiter abgenommen habe und aufgrund der Überschwemmung von Agrarprodukten bereits auf 78.000 Tonnen gesunken sei.

Die internationalen Reserven der Ukraine haben den höchsten Stand seit 2011 erreicht

Im März stiegen sie um 10,4 % auf 31,9 Milliarden USD, was ein Rekord seit November 2011 ist. Die Nationalbank erklärte, dass die Reserven im März dank Einnahmen von internationalen Partnern vor dem Hintergrund geringerer Nettoverkäufe von Währung durch die NBU und moderaten Schuldenzahlungen des Landes in Fremdwährung gestiegen seien.

Die Fremdwährungskonten der Regierung bei der Nationalbank erhielten im März 5,1 Milliarden Dollar, und zwar: 1,8 Milliarden Dollar – von der kanadischen Regierung, 1,6 Milliarden Dollar – von der EU, 1,3 Milliarden Dollar von den Vereinigten Staaten über die Weltbank, 2,2 Millionen Dollar – von der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA – International Development Association (Eng.)), die ein Teil der Weltbank ist, und 476,5 Millionen USD aus der Platzierung von Währungsanleihen des inländischen Staatsdarlehens.

Gleichzeitig zahlte die Regierung 486,8 Millionen Dollar für die Bedienung und Rückzahlung der Staatsschulden in Fremdwährung, zusätzlich zahlte die Ukraine 638,6 Millionen Dollar an den IWF.

Im März verkaufte die Zentralbank 1,7 Milliarden Dollar auf dem Devisenmarkt, das sind 783,1 Millionen Dollar weniger als im Februar.

Zolleinnahmen in der Ukraine stiegen um 20 %

Von Januar bis März überwies der Staatliche Zolldienst 100,9 Milliarden UAH in den Haushalt, was den Plan um 1,2 % übertraf. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2022 stiegen die Einnahmen um 16,3 Milliarden UAH oder um 19,3 %. Die positive Dynamik des zweiten Halbjahres 2022 setzte sich am Anfang 2023 fort.

Im März wurden 35,9 Milliarden UAH an den Staatshaushalt überwiesen, das sind 2,5 Milliarden UAH mehr als im Februar. Der Einkommensanstieg erfolgte bei dem Import von Insektiziden, Herbiziden und Desinfektionsmitteln (um 0,6 Milliarden UAH), Autos (um 0,5 Milliarden UAH), Düngemittel (um 0,4 Milliarden UAH) und Lastkraftwagen, Traktoren und Anhänger/Auflieger (um 0,3 Milliarden UAH). Gleichzeitig gingen im März die Einnahmen aus dem Import von Gas und Erdölprodukten (Benzin und Dieselkraftstoff) um 1,1 Milliarden UAH zurück, hauptsächlich aufgrund eines Rückgangs der physischen Mengen des steuerpflichtigen Imports.

Unter den Faktoren, die den Haushaltseinnahmen geschadet haben, führt der Staatliche Zolldienst verschiedene Vergünstigungen und Steuererleichterungen an, die während des Krieges eingeführt wurden.

Laut Google haben sich die Einnahmen ukrainischer Startups in zwei Jahren verdreifacht

Und zwar erzielten ukrainische Startups trotz des Krieges Einnahmen von mehr als 6 Milliarden USD im Jahr 2022. Das sind laut Google-Daten 542 Millionen Dollar mehr als ein Jahr zuvor und dreimal so viel wie im Jahr 2020.

Seit März 2022 hat Google for Startups (ein Programm, das die ukrainischen Startups unterstützt, u. a. finanziell) Mittel in Höhe von 5 Millionen USD an drei Kohorten im Rahmen des Google Support Fund for Startups in der Ukraine vergeben.

Geförderte Startups (insgesamt 58 davon) überstehen nicht nur den Krieg, sondern erzielen auch Wachstum. Die meisten dieser Unternehmen traten in neue Märkte ein, auch in anderen Ländern.

Im vergangenen Jahr sammelten Empfänger des Ukraine Support Fund 10,2 Millionen USD, steigerten ihr Einkommen um durchschnittlich 106 %, beschäftigten mehr als 800 technische Mitarbeiter (davon 46 % Frauen) und stellten 216 Mitarbeiter ein. Gleichzeitig geben mehr als 90 % der ukrainischen Startups an, dass sie zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Fortführung und Expansion benötigen.

Der Export von Schrott aus der Ukraine in die EU hat ein historisches Maximum erreicht

Im März 2023 exportierten ukrainische Exporteure von Eisenmetallschrott etwa 16.400 Tonnen Rohstoffe in EU-Länder, das sind 8 % mehr als einen Monat zuvor. Die Marktteilnehmer stellen fest, dass die ukrainischen Exporteure das bisherige historische Maximum, das im Februar dieses Jahres verzeichnet wurde, erneut überschritten haben.

Polen wurde im März zum führenden Exportziel, kleine Mengen wurden in die Slowakei und nach Litauen geliefert. Gleichzeitig stieg auch der durchschnittliche Tagesversand, was auf eine weitere Steigerung der Schrottexportrate hindeutet.

Nach Angaben des Staatlichen Ermittlungsbüro (DBR) hatten illegale Systeme zur Ausstellung von EUR.1-Ursprungszeugnissen beim Wolyn-Zoll kaum Auswirkungen auf die Schrottexporte. Die Zollbeamten in Riwne und Lemberg stellen jedoch weiterhin Zeugnisse aus, die den Export von Schrott mit einem Zollsatz von 3 € pro Tonne statt 180 € ermöglichen.

Die Ukraine erhöht das Volumen des Außenhandels

Laut Zollstatistik belief sich das Außenhandelsvolumen der Ukraine im ersten Quartal 2023 auf 25,8 Milliarden USD, das sind nur 7 % weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2022. Im Januar betrug der Umsatzrückgang 35 % im Vergleich zum Januar 2022.

Im ersten Quartal importierte die Ukraine Waren im Wert von 15,5 Milliarden USD und exportierte 10,3 Milliarden USD. Die führenden Exporteure in die Ukraine waren China mit 2,6 Milliarden USD, Polen mit 1,6 Milliarden USD und Deutschland mit 1,1 Milliarden USD.

Im Gesamtvolumen des Imports von Januar bis März 2023 waren 71 % der Waren: Maschinen, Ausrüstung und Transportmittel (4,4 Milliarden USD), Kraftstoff- und Energieprodukte (3,6 Milliarden USD) und chemische Produkte (2,8 Milliarden USD).

Die drei wichtigsten Waren, die aus der Ukraine exportiert werden, sind Lebensmittel (6,7 Milliarden USD), Metalle und deren Produkte (929 Millionen USD) sowie Maschinen, Ausrüstung und Transport (812 Millionen USD).

Im März verdoppelte die Ukraine ihre Stahlproduktion und behielt den 25. Platz im Worldsteel-Rating

So haben die metallurgischen Unternehmen der Ukraine im März die Stahlproduktion im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2022 um das 2,1-fache gesteigert - von 251.000 Tonnen auf 527.000 Tonnen. So belegte die Ukraine den 25. Platz in der Rangliste von 63 Ländern - den wichtigsten Weltproduzenten dieses Produkts, die vom Weltverband der Stahlproduzenten zusammengestellt wurde.

Im Allgemeinen stieg die Stahlproduktion im März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 % auf 165,097 Millionen Tonnen. Im ersten Quartal produzierten 63 Länder 459,296 Millionen Tonnen Stahl, was 0,1 % weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2022 ist.

Die Ukrainer sind zunehmend sicher, dass Hrywnja und die Preise stabil sein werden

Im März 2023 stieg der Index der Verbraucherstimmung in der Ukraine laut der monatlichen Umfrage von InfoSapiens um 4,6 Punkte auf 91,2 Punkte. Der Index der aktuellen Lage stieg um 3,4 Punkte und ist 51,4 Punkte. Der Index der Wirtschaftserwartungen stieg um 5,5 auf 117,6. Der Index der erwarteten Dynamik der Arbeitslosigkeit verbesserte sich um 1,5 Punkte und liegt bei 126,7. Der Index der Inflationserwartungen ist um 1 gesunken und liegt bei 177,3.

Auch die Erwartungen der Ukrainer in Bezug auf den Wechselkurs der Hrywnja für die nächsten drei Monate verbesserten sich: Der Index der Abwertungserwartungen sank um 9,4 auf 125,7 Punkte.

Die Tendenzen einer vorsichtigen Verbesserung der Verbraucherstimmung und des Vertrauens in die Landeswährung setzen sich fort. Analysten erklärten, dass das vor dem Hintergrund einer schwierigen, aber stabilen Situation an der Front, einer Abnahme der Zahl russischer Raketenangriffe und einer deutlichen Stabilisierung der Stromversorgung geschehe.

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