Parlamentarisches Frühstück des BVMW mit Katharina Beck MdB (Grüne), Jens Behrens MdB (SPD), Dr. Friederike Handt (KfW) und Benjamin Krywald (KfW).

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04.05.2026

Deutschlandfonds muss im echten Mittelstand ankommen

Parlamentarisches Frühstück des BVMW mit Katharina Beck MdB (Grüne), Jens Behrens MdB (SPD), Dr. Friederike Handt (KfW) und Benjamin Krywald (KfW).

Autor: BVMW Bundeszentrale

Beim Parlamentarischen Frühstück des BVMW in Berlin stand der neu gestartete Deutschlandfonds im Fokus. Trotz milliardenschwerer Ziele drohen die Instrumente an der Lebensrealität kleiner und mittlerer Unternehmen vorbeizugehen. Der BVMW warnt vor einer Zementierung der Subventionsschieflage und fordert dringende Nachbesserungen. 

Der Bund und die KfW haben mit dem Deutschlandfonds ein ambitioniertes Projekt gestartet: Mit rund 30 Milliarden Euro – überwiegend in Form von Garantien – sollen private Investitionen in Höhe von bis zu 130 Milliarden Euro gehebelt werden, um die Transformation der Wirtschaft voranzutreiben. Doch wie viel von diesem Geld erreicht tatsächlich die breite Wirtschaft? Um die passgenaue Ausgestaltung dieser Instrumente für unsere Betriebe zu diskutieren, lud der BVMW am 23.04.2026 zum Parlamentarischen Frühstück. 

Als Gäste aus der Politik stellten sich Jens Behrens MdB (SPD), der die politische Zielsetzung des Fonds erläuterte, und Katharina Beck MdB (Grüne), die die parlamentarische Einordnung vornahm, der Diskussion. Ergänzt wurde die hochkarätige Runde durch Dr. Friederike Handt und Benjamin Krywald aus dem Vorstandsstab der KfW, die den operativen Sachstand des Fonds präsentierten. 

Realitätscheck für die Politik: Zu große Hürden für KMU 

Vonseiten des BVMW wurde deutlich gemacht, wo bei den Unternehmen aktuell der Schuh drückt. Sie führten den anwesenden Politikern und KfW-Vertretern die realen Investitionsbedingungen und bürokratischen Hürden des innovativen Mittelstands schonungslos vor Augen. 

Die zentrale Kritik des BVMW im Gespräch: Der Fonds droht, an der Investitionsrealität normaler mittelständischer Betriebe vorbeizugehen. Ein Beispiel ist das Kerninstrument des Fonds, das „Absicherungsinstrument für Transformationsindustrien“. Da sich die KfW hieran mit einem Mindestrisikoanteil von 50 Millionen Euro beteiligt, greift das Instrument de facto erst bei Projektvolumina ab 100 Millionen Euro.  

Für den klassischen Mittelstand ist diese Grenze illusorisch. Der BVMW betonte mit Nachdruck, dass der Deutschlandfonds auf diese Weise die bereits bestehende Subventionsschieflage zulasten des Mittelstands weiter zu zementieren droht. 

Die Forderungen des BVMW 

Um sicherzustellen, dass die Transformation nicht am Mittelstand vorbeiläuft, hat der BVMW im Austausch klare Forderungen: 

  • Fördergrenzen drastisch senken: Die Schwellenwerte müssen so angepasst werden, dass auch typisch mittelständische Investitionsvolumina von den staatlichen Garantien profitieren können. 
  • Unbürokratischer Zugang: Mittelständler brauchen pragmatische Lösungen statt eines Bürokratiemonsters. Der Zugang zu den Fördermitteln muss ohne ausufernde ESG-Prüfpflichten möglich sein, die die Betriebe in der Praxis überlasten. 
  • Rasche Aktivierung des Verbriefungsmarktes: Da die Hausbanken derzeit bei der Kreditvergabe sehr restriktiv agieren, muss die KfW den Verbriefungsmarkt aktivieren. So können Bankbilanzen entlastet werden, damit Hausbanken wieder leichter und zu besseren Konditionen klassische Investitionskredite an den echten Mittelstand vergeben können. 

Fazit: Der Deutschlandfonds ist ein starkes und wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort, doch sein Erfolg wird sich letztlich daran messen lassen, ob er in der Breite der Wirtschaft ankommt. Der BVMW wird den Dialog mit der Politik und der KfW weiterhin intensiv begleiten, um praxisnahe Lösungen für den Mittelstand einzufordern.

Mansoor Said

Referent Internet und Digitales

Potsdamer Straße 7

10785 Berlin

Germany

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