Heike Meinhardt

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Themen

Unternehmertum
30.06.2025

Heike Meinhardt

Die Inhaberin von The Change Effect im Interview für die Initiative „Starke Frauen – Starker Mittelstand“.

Autor: BVMW Bundeszentrale

Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmerin zu werden? 

Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich meine Erfahrung und mein Wissen noch wirksamer einsetzen kann, wenn ich nicht nur einem Unternehmen, sondern vielen zur Verfügung stehe. In meiner ehemaligen Rolle als Personalleiterin und Change-Expertin habe ich oft erlebt, wie essenziell gute Führung und eine klare Strategie für den Erfolg von Veränderungsprozessen sind. Heute unterstütze ich Unternehmen, Führungskräfte und Teams dabei, Change nicht nur zu managen, sondern ihn aktiv zu gestalten – mit Klarheit, Strategie und 
Menschlichkeit. 

Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg noch einmal gehen? Oder würden Sie etwas anders machen? 

Es ist noch recht frisch, aber ich würde wieder genau diesen Weg gehen! Meine Arbeit als Unternehmerin ist unglaublich vielfältig und abwechslungsreich. Es gibt keinen Stillstand, ich wachse jeden Tag mit meinen Aufgaben. Auch wenn mich die Selbstständigkeit anfangs oft aus meiner Komfortzone geworfen hat, hat genau das zu Wachstum und Lebendigkeit geführt. Ich hätte nie gedacht, dass mir Netzwerken und Vertrieb mal Spaß machen würden – aber heute genieße ich es, mit Menschen in Kontakt zu treten und für meine Themen zu stehen.

Welche Entscheidung würden Sie für sich als Wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben? 

Der Wechsel von der internen HR-Rolle zur Unternehmerin war definitiv die prägendste Entscheidung. Als interne HR-Dienstleisterin kamen die Projekte und Aufträge automatisch – in der Selbstständigkeit musste ich lernen, sichtbar zu werden, mein Angebot klar zu formulieren und für mein Thema einzustehen. Heute weiß ich: Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck, sondern ein Schlüssel, um die richtigen Menschen zu erreichen und wirklich etwas zu bewegen.

Was war die größte Herausforderung, die Ihnen begegnet ist? 

Der Schritt aus der Sicherheit einer Festanstellung in die Selbstständigkeit war sicher die größte Herausforderung – insbesondere das Thema Akquise & Vertrieb. Ich musste lernen, dass Verkaufen nichts mit „sich aufdrängen“ zu tun hat, sondern mit Verstehen, Zuhören und echten Lösungen. Inzwischen sehe ich Vertrieb als eine Möglichkeit, Menschen mit meinen Angeboten wirklich weiterzuhelfen – und genau das macht mir heute Freude!

Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv? 

Gerade arbeite ich intensiv daran, meine Angebote weiter zu skalieren – durch Online-Workshops, neue Coaching-Formate und langfristige Transformationsbegleitungen für Unternehmen. Ein weiteres Thema ist für mich Female Leadership & Female Empowerment im Change-Prozess, weil ich sehe, dass Frauen oft mit anderen Herausforderungen im Change konfrontiert sind als Männer.

Wodurch erfahren Sie besondere Wertschätzung für Ihre Arbeit?

Das schönste Feedback ist, wenn meine Kund:innen nach einer Zusammenarbeit sagen, dass sie sich gestärkt, sicherer und klarer fühlen – dass sie nicht nur Tools, sondern auch das Selbstbewusstsein gewonnen haben, Change aktiv zu gestalten. Besonders berührt mich, wenn Menschen, die zunächst skeptisch waren, nach einem Workshop oder Coaching sagen: „Jetzt sehe ich Veränderung als Chance!“

Welche Botschaft möchten Sie frisch gebackenen Unternehmerinnen oder Gründerinnen mitgeben? 

  • Mut wird belohnt! Der perfekte Moment kommt nie – man wächst mit seinen Aufgaben.
  • Netzwerke sind Gold wert! Knüpfe Kontakte, lerne von anderen und sei sichtbar.
  • Vertraue in deine Expertise. Niemand erwartet Perfektion – aber deine Erfahrung macht dich wertvoll.

Mit welchen wesentlichen Maßnahmen fördern Sie in Ihrem Unternehmen gezielt Female Empowerment und geben Ihren Mitarbeiter:innen Rückenwind? 

Ich begleite HR-Verantwortliche und Führungskräfte – insbesondere Frauen – dabei, ihre Rolle im Change-Prozess selbstbewusst wahrzunehmen. Das bedeutet für mich:

  • Stärkung von Entscheidungsfreude & Klarheit in der Führung
  • Mentoring für Frauen, die ihre Rolle in Veränderungsprozessen aktiv gestalten wollen
  • Workshops zu Female Leadership & Empowerment im Wandel

Ich bin überzeugt: Frauen in Führung brauchen nicht nur Fachkompetenz, sondern auch Räume, um ihre Stärken klar zu definieren & selbstbewusst für sich einzustehen.

Von der Politik erwarte ich hinsichtlich einer stärkeren Unterstützung von Unternehmerinnen und der Entwicklung von Frauen in Unternehmen im Allgemeinen...

  1. Gezielte Förderprogramme für Gründerinnen & Unternehmerinnen, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu erleichtern.
  2. Mehr weibliche Vorbilder & Mentoring-Programme, um Frauen in Führungspositionen sichtbarer zu machen.
  3. Flexiblere Arbeitszeitmodelle & bessere Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit von Familie & Karriere.

Es braucht keine Sonderbehandlung, sondern gleiche Chancen & gezielte Förderung, damit Frauen in der Wirtschaft ihre Potenziale voll entfalten können.  

Welches Buch empfehlen Sie angehenden Unternehmerinnen/Führungskräften?

„Reinventing Organizations“ – Frederic Laloux Warum? Dieses Buch zeigt, wie Unternehmen sich grundlegend neu erfinden können, indem sie Hierarchien aufbrechen, Selbstorganisation fördern und eine sinnstiftende Unternehmenskultur schaffen. Es bietet praxisnahe Beispiele von Organisationen, die Change & New Work erfolgreich umgesetzt haben – perfekt für Führungskräfte, die nicht nur Wandel managen, sondern ihn aktiv vorantreiben wollen.

„Mindset – Changing the Way You Think to Fulfil Your Potential“ von Carol Dweck Warum? Dieses Buch zeigt, wie unsere Denkweise über Erfolg und Wachstum entscheidet. Führungskräfte, die ein Growth Mindset entwickeln, können Veränderung nicht nur besser annehmen, sondern aktiv gestalten – und genau das ist essenziell für erfolgreiches Change-Management.

Wer hat Sie am meisten inspiriert und warum? 

Ich lasse mich von Menschen inspirieren, die mutig ihren eigenen Weg gehen – und die Veränderung nicht als Risiko, sondern als Chance begreifen. Besonders beeindruckt mich Brené Brown, weil sie zeigt, dass Führung & Verletzlichkeit sich nicht ausschließen, sondern bedingen.

Womit schaffen Sie sich in Ihrer Freizeit einen Ausgleich zu Ihrem Arbeitsalltag?

Beim Reisen finde ich neue Perspektiven & Energie. Besonders faszinieren mich Orte mit Geschichte, weil sie zeigen, dass Veränderung schon immer Teil unserer Welt war. Außerdem liebe ich Tanzen, weil es mich aus dem Kopf bringt und einfach Spaß macht.

Warum ist ein starkes Netzwerk für Unternehmerinnen besonders wichtig? 
Unternehmertum bedeutet, ständig Neues zu lernen – und das geht am besten mit einem starken Netzwerk. Austausch, gegenseitige Unterstützung & Sichtbarkeit sind entscheidend. Deshalb engagiere ich mich auch beim BVMW, um von anderen 
zu lernen und mein Wissen weiterzugeben.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind? 
Ich wollte Journalistin werden – Menschen & ihre Geschichten haben mich schon 
immer fasziniert. Heute erzähle ich zwar keine klassischen Geschichten, aber ich 
begleite Menschen dabei, ihre eigene Change-Story erfolgreich zu gestalten.

Infos zur Person

Heike Meinhardt

  • Jahrgang: 1966
  • Berufsabschluss: 2. Juristisches Staatsexamen
  • Position: Unternehmerin | Beraterin & Coach für Change-Management
  • Selbstständig seit Januar 2023
  • Auf LinkedIn vernetzen: https://www.linkedin.com/in/heike-meinhardt

Infos zum Unternehmen

The Change Effect
https://www.the-change-effect.com

  • Gründungsjahr: 2023
  • Branche: Beratung & Coaching (Schwerpunkt Change-Management, HR & Führungskräfteentwicklung)
  • Firmensitz: Oberursel
  • Mitarbeitende: Einzelunternehmerin

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