Arbeitskräftemangel in nahezu allen Branchen

Anlässlich der Internationalen Handwerksmesse in München fordert der Mittelstand eine Gemeinschaftsanstrengung zur Überwindung des Fachkräftemangels.

mädchen mit lötkoblen an platine

„Trotz der berechtigten Sorge vor Gasmangel, leeren Lagern und überteuerter Energie: Eines der gravierendsten Probleme für nahezu alle Betriebe über alle Branchen hinweg stellt weiterhin der Fachkräftemangel dar“, erklärt Markus Jerger, Vorsitzender des Bundesverbandes Der Mittelstand. BVMW. „Das Thema hat das Potential, sich insbesondere im Mittelstand zu einem existenzgefährdenden Tsunami zu entwickeln.“

Allein im Handwerk fehlen aktuell rund 250.000 Fachkräfte. Dazu stehen in den nächsten fünf Jahren noch in fast 200.000 kleinen und mittleren Unternehmen Nachfolgen an, für die es zum Teil noch keine Kandidatinnen und Kandidaten gibt. „Wir zahlen jetzt die Zeche für das Desinteresse der Vorgängerregierung am Fachkräftebedarf der Betriebe – falls sich überhaupt noch jemand fürs Kassieren findet“, so Jerger. „Der Mangel ist selbst gemacht und das Ergebnis einer misslungenen Zuwanderung von Fachkräften und der jahrelangen Akademisierung unserer Gesellschaft.“

Die durch Sommer-Corona bedingten Arbeitsausfälle, die alle gerade erleben würden, seien nur ein kleiner Vorgeschmack darauf, was der deutschen Wirtschaft in den nächsten Jahren droht, erläutert der BVMW-Chef weiter: „Arbeitskräftemangel in nahezu allen Branchen.“ Dass dies nicht ohne unerwünschte Rückwirkungen auf unseren Wohlstand bleibe, sei selbsterklärend. 

„Alle Studienergebnisse der vergangenen Zeit zeigen, dass Deutschland eine fundierte Fachkräftestrategie braucht“, betont Jerger. Die duale Berufsausbildung müsse gefördert und die Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Fachkräfte verstärkt werden. „Außerdem gehört zu einer echten Fachkräftestrategie neben attraktiven Bedingungen zur Einwanderung von Arbeitskräften auch eine stärkere Aktivierung der rund 2,4 Millionen Arbeitslosen." Dabei würde es Betrieben auch helfen, wenn den Arbeitskräften nach der Arbeit mehr netto vom brutto bleibt. Jerger: „Arbeiten zu gehen muss sich lohnen. Daran hat sich nichts geändert."

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