Verschaffen Sie sich einen schnellen Überblick über die wichtigsten und aktuellen Wirtschaftsentwicklungen in der Ukraine.
Adam Smigielski, Canva
Verschaffen Sie sich einen schnellen Überblick über die wichtigsten und aktuellen Wirtschaftsentwicklungen in der Ukraine.
Das estnische FinTech-Unternehmen Iute Group AS steht kurz vor der Übernahme der ukrainischen „RwS Bank“, die im November für insolvent erklärt wurde. Das Unternehmen gewann die Ausschreibung und hat die Unterlagen bereits bei der Nationalbank der Ukraine (NBU) zur Genehmigung eingereicht.
Am 31. Dezember gab der Einlagensicherungsfonds für Privatpersonen die Gründung einer Übergangsbank auf Basis der „RwS Bank“ bekannt. Dieser Mechanismus wird im Rahmen des Verfahrens zum Verkauf insolventer Banken angewendet. Bis der Gewinner der Ausschreibung die Genehmigung der Nationalbank für die Übernahme erhält, bleibt die Übergangsbank im Besitz des Einlagensicherungsfonds.
Sollte der Antrag schließlich genehmigt werden, wird Iute Group AS ein Eigentümer einer vollwertigen Bank in der Ukraine sein. Dies wäre der erste Einstieg eines ausländischen Investors in den ukrainischen Bankenmarkt seit 2021, als die tschechischen Geschäftsleute Tomasz Fiala und Ivan Svitek die „Unex Bank“ übernahmen.
Zwischen Januar und September sanken die Aktiva der RwS Bank von 4,5 Milliarden auf 1,7 Milliarden Hrywnja. Gemessen an den Aktiva belegte die Bank Platz 50 von 60 ukrainischen Banken. Zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung verfügte die Bank über 13 Filialen.
Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, wurden bis Ende 2025 bereits 37 Industrieunternehmen in ukrainischen Industrieparks errichtet oder befinden sich im Bau. Dabei handelt es sich um Unternehmen aus den Bereichen Agrarverarbeitung, Lebensmittelproduktion, Möbel- und Holzverarbeitung, Maschinenbau und anderen Branchen. In den bestehenden Betrieben wurden 3.716 Arbeitsplätze geschaffen.
Die staatlichen Fördermittel zur Ankurbelung der Industrieparkentwicklung beliefen sich 2025 auf insgesamt 900,68 Millionen UAH. Das Ministerium betonte, dass jede vom Staat in die Infrastruktur von Industrieparks investierte 1 Hrywnja fünf bis sechs Hrywnjas an privaten Investitionen anzieht.
Wie berichtet, beschloss das Wirtschaftsministerium 2025, 13 Industrieparks staatliche Anreize zu gewähren. Zum 31. Dezember 2025 umfasste das Register der Industrieparks 118 Industrieparks, von denen 24 im Vorjahr neu registriert worden waren. Gleichzeitig wurden im Jahr 2025 acht Industrieparks, die keine Aktivitäten ausübten, aus dem Register gestrichen.
Der Verwaltungsrat des US-Ukraine-Wiederaufbaufonds hat die Investitionsstrategie genehmigt und die Investitionsprotokolle verabschiedet. Laut Wirtschaftsministerium kann der Fonds damit Anfang 2026 seine Arbeit aufnehmen.
Der Fonds konzentriert sich auf Investitionen in kritische Rohstoffe, Energie, Transport und Logistik, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie innovative Technologien, die die Stabilität der Lieferketten gewährleisten und zur wirtschaftlichen Sicherheit und zum Wohlstand der USA und der Ukraine beitragen. „Wir haben bereits einen Anlageberater, genehmigte wichtige Richtlinien und Verfahren sowie 150 Millionen Dollar Startkapital. Damit ist der Fonds bereit, in den Wiederaufbau der Ukraine zu investieren“, - sagte Wirtschaftsminister Oleksij Sobolew.
Der Fonds plant außerdem, im Januar 2026 eine Website zu starten, über die die Projektträger ihre Vorschläge einreichen können. Der vorläufige Zeitplan des Fonds sieht die Vorbereitung und Genehmigung der ersten Investitionsentscheidungen, einschließlich der ersten drei Projekte, bis Ende 2026 vor. Die Ukraine unterzeichnete im April 2025 nach mehrmonatigen Verhandlungen ein Mineralienabkommen mit den Vereinigten Staaten. Dieses Abkommen räumt den Vereinigten Staaten im Gegenzug für Investitionen vorrangigen Zugang zu neuen ukrainischen Mineralienprojekten ein.
„Seit 2020 hat sich die Kapitalisierung des Startup-Ökosystems in der Ukraine verdoppelt und wird aktuell auf 20,5 Milliarden USD geschätzt“, - so Yana Hulak, Projektmanagerin des Ukrainischen Startup-Fonds. Laut Hulak, blicken über 90 % der innovativen kleinen und mittleren Unternehmen optimistisch in die Zukunft des Startup-Ökosystems in der Ukraine. Zudem gaben 69 % der befragten Akteure an, dass sich die Rahmenbedingungen für ihre Geschäftstätigkeit im Vergleich zu den Vorjahren verbessert haben. Dies wurde unter anderem durch die Unterstützung staatlicher Institutionen ermöglicht. „Unser Portfolio umfasst bereits über 470 Startups, die staatliche Fördermittel in Höhe von über 380 Millionen UAH erhalten haben. Diese Startups stammen aus 20 völlig unterschiedlichen Branchen“, erklärte Hulak.
Darüber hinaus gibt es in der Ukraine über 50 Accelerator- und Inkubationsprogramme, deren Teilnehmer neben finanzieller Unterstützung auch Mentoring und Hilfe beim Eintritt in internationale Märkte erhalten. Wie der Experte betonte, konzentriert sich die Förderung im Rahmen der kürzlich vom Ministerium für digitale Transformation verabschiedeten Strategie WINWIN 2030 vorrangig auf Bildungs- und Medizintechnologien, Dual-Use-Produkte und wissenschaftsintensive Innovationen. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf Innovationen im Verteidigungsbereich.
Damit wurden einheitliche Regeln für die Planung, Auswahl und Finanzierung von Investitionsprojekten auf staatlicher, regionaler und lokaler Ebene geschaffen. Wie das Finanzministerium mitteilte, wurden folgende Aufgaben abgeschlossen:
Ebenfalls im Jahr 2025 wurde der Mittelfristige Plan für vorrangige öffentliche Investitionen für den Zeitraum 2026–2028 verabschiedet. Dieser bildete die Grundlage für die Bildung eines einheitlichen Projektportfolios öffentlicher Investitionen des Staates und des Staatshaushalts für 2026 im Bereich öffentlicher Investitionen. Im September des vergangenen Jahres erfolgte die Auswahl von Projekten und Programmen erstmals nach neuen Regeln, und das Portfolio wurde erstellt. Es umfasst 195 Projekte und Programme mit einem Gesamtvolumen von 12,6 Billionen UAH. Der Staatshaushalt für 2026 sieht 116,9 Milliarden UAH für die Finanzierung öffentlicher Investitionsprojekte und Portfolio-Programme vor.
Die US-Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft (DFC) hat am Mittwoch ein Online-Portal freigeschaltet und damit einen neuen Kanal für die Einreichung von Projektvorschlägen beim neuen US-Ukrainischen Wiederaufbau-Investitionsfonds (URIF) eröffnet. Die ersten Investitionen sollen in den kommenden Monaten bekannt gegeben werden.
Der URIF, der im Rahmen eines im April von beiden Ländern unterzeichneten Mineralienabkommens zügig gegründet wurde, nahm im Dezember seine Tätigkeit auf. Der Fonds, der sich auf Investitionen in kritische Mineralien und andere strategische Sektoren konzentriert, soll laut einem hochrangigen US-Beamten bis Ende des Jahres ein Volumen von 200 Millionen USD erreichen. Ukrainische Beamte beabsichtigen, die ersten drei Projekte noch in diesem Jahr bekannt zu geben. „Wir freuen uns darauf, die Projektvorschläge zu prüfen und in den kommenden Monaten unsere ersten Investitionen zu tätigen“, erklärte Conor Coleman, Chief Investment Officer der DFC und Mitglied des Fondsvorstands, in einer Stellungnahme.
DFC-CEO Ben Black sagte, die Einführung des Portals unterstreiche das Engagement von US-Präsident Donald Trump für einen dauerhaften Frieden in der Ukraine und ebne den Weg für die Prüfung von Projekten und Investitionen, die die gemeinsamen nationalen Interessen der USA und der Ukraine unterstützen.