Energie

Deutschland hat sich für die Energiewende entschieden. Atomenergie und fossile Energieträger werden Schritt für Schritt durch erneuerbare Energie ersetzt. Das ist nicht umsonst zu haben, Berechnungen der Bundesregierung gehen von einer halben Billion Euro bis 2050 aus. Der Umbruch zeigt sich auch global: zunehmendem Wettbewerb in Europa steht die Konzentration weltweiter Gas- und Ölreserven unter dem Dach weniger Staatsfirmen entgegen.

Energie und Mobilität

1. Energiewende

Das im Jahr 2000 beschlossene Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) und der 2011 beschlossene Atomausstieg haben nach einer lange und intensiv geführten Debatte in Deutschland die Energieversorgungssituation beträchtlich verändert. Klimaschutz ist damit in Deutschland gesetzt. Der Ruf nach einem höheren Anteil Erneuerbarer Energien im Energie–Mix wird lauter und insbesondere die Kohle, jahrzehntelang das Rückgrat der deutschen Energieversorgung, sieht sich immer mehr mit Kritik konfrontiert. Ihr Abbau ist vor dem Hintergrund zunehmender Unrentabilität aufgrund schwieriger Förderbedingungen, der Einstellung von Subventionen und einem sinkenden Weltmarktpreis in Deutschland kaum noch lukrativ und bereits jetzt weitgehend eingestellt worden. Aus Kernspaltung gewonnene Energie hat seit jeher, aufgrund wiederholter Atomkatastrophen und wegen der ungeklärten Frage der Endlager, ohnehin einen schlechten Stand. Große Windparks und Solaranlagen prägen seither zunehmend das Landschaftsbild. Die Energiewende sorgt zwar für gewaltige Kosten, birgt aber auch beträchtliche Beschäftigungspotenziale für Unternehmer.

2. Bedarf an Energieträgern und Kraftstoffen

Nichtsdestotrotz steigt der Energie- und Kraftstoffbedarf insgesamt an. Zurückzuführen ist dies teilweise auf die demographische Entwicklung, aber auch auf Immigration, auf den sich verändernden Wohnungsmarkt und eine vermehrte Nutzung elektrisch betriebener Gerätschaften. Mittelständische Unternehmer sind oft in energieintensiven Geschäftsfeldern tätig. Moderne Anlagen könnten hier auf Dauer nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt schonen.

3. Zukäufe und Engpässe

Mit dem gewünschten Ausstieg aus fossilen Energieträgern steigen die Abhängigkeiten von Alternativen. Doch wie weit reichen die Windparks und Sonnenpanels an windstillen oder wolkenbedeckten Tagen? Wenn mit Zukäufen kurzfristige Engpässe ausgeglichen werden müssen, um die Versorgung zu gewährleisten, wird die große Abhängigkeit von Energie ersichtlich. Ohne Energie würden das komplette öffentliche und wirtschaftliche Leben zwangsläufig zum Erliegen kommen. Grenzüberschreitender Handel mit Strom wirkt dabei dieser Abhängigkeit keinesfalls entgegen. Kohle und Atomenergie werden in Deutschland also nach wie vor eine große Rolle spielen, allerdings werden Energien auf Basis dieser Energieträger zunehmend importiert.

4. Infrastruktur und Netzausbau

Die Infrastrukturen, auf deren reibungslosen Funktionieren unsere Wirtschaft basiert, hängen in weiten Stücken von einer konstanten Energieversorgung ab. Computer, Maschinen, Licht, letztlich auch der Arbeitsweg – sofern er nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt wird – basieren auf Energien und Brennstoffen. Diese Abhängigkeit wirft eine Vielzahl an Zukunftsszenarien mit Fragestellungen und Herausforderungen auf. Die zentrale Einsicht: Ohne eine dauerhafte und stabile Gewährleistung der Bereitstellung von Energie und Kraftstoffen, kann unsere moderne Gesellschaft nicht funktionieren. Dazu müssen auch die Wege, auf denen sie zu den Nutzern gelangen, absolut zuverlässig sein. Ohne einen konsequenten Netzausbau können die Fortschritte in der Förderung nicht fossiler Energien letztlich nicht umfassend genutzt werden. Sind Infrastrukturen und Netze nicht fortwährend ausgebaut, dann laufen die Bemühungen im Bereich der Erneuerbaren Energien ins Leere. 

5. Gesamteindruck

Ökoenergie trägt immer stärker zur Stromversorgung in Deutschland bei. Im ersten Halbjahr 2018 wurden über 100 Milliarden Kilowattstunden aus erneuerbaren Energien erzeugt. (private Photovoltaik Anlagen nicht mitgezählt). Allerdings ist das Speichern von überschüssiger Wind- und Solarenergie weiterhin problematisch. An sehr wind- und sonnenreichen Tagen decken die Ökoenergien bis zu 80% des Gesamtbedarfs in Deutschland. Auf das ganze Jahr bezogen pendelt sich der Beitrag jedoch deutlich darunter, bei etwa 36%, ein. Die Digitalisierung von Prozessen und logistischen Abläufen, sowie generelle Innovationen in der Energiewirtschaft sollten stärker gefördert werden, um den prozentualen Anteil grüner Energie an der Energieversorgung dauerhaft nach vorne zu bringen und zu erhöhen. Wenn digitale Vorgänge eine beeinflussende Rolle spielen, drängen auch vermehrt Faktoren aus dem Themenbereich Datenschutz auf die Agenda der Unternehmen, was insbesondere vor dem aktuellen Thema DSGVO einen neuen Stellenwert erhalten hat. 

Sowohl der Ausbau Erneuerbarer Energien als auch die Steigerung der Energieeffizienz führen zur Entwicklung neuer Jobs, neuer Produkte, neuer Technologien und neuer Exportmöglichkeiten. Je mehr Strom und Wärme aus eigenen – alternativen – Quellen kommen, desto weniger Einfuhren von Atomstrom, Öl, Erdgas und anderen fossilen Energieträgern sind notwendig. Für Mitglieder des BVMW: Gas und Strom durch Volumenrabatte günstiger beziehen! Jetzt Mitglied werden!

6. Mobilität: E-Fuels und E-Verkehr

Die gestiegene Mobilität wie auch die Verkehrssituation im Allgemeinen sind eng mit den Themen der Nachhaltigkeit und des Umwelt- und Klimaschutzes verwoben. Zwar kaufen Autofahrer – sofern sie die Wahl haben – bevorzugt ein emissionsärmeres Automobil, jedoch fahren sie gleichzeitig öfter und weitere Strecken, sodass der Verbrauch insgesamt nicht sinkt, sondern steigt. Noch ist der Verkehrssektor verantwortlich für ein Drittel der CO-2 Emissionen, und gerade Dieselmotoren stehen im festen Verdacht, durch Ruß und Stickstoffoxide massiv die Umwelt zu belasten. Eine nicht bedarfsgerechte Baupolitik fördert zudem den Pendelverkehr, da sich in den Großstädten zunehmend Menschen in den Randbezirken niederlassen und zum Arbeiten in die Stadt fahren müssen.

Im Verkehrssegment bieten E-Fuels, hergestellt aus Strom, Wasser und CO-2, sinnvollerweise basierend auf erneuerbarer Energie, eine klimaneutrale Option. Zwar könnten sie unter Einhaltung bestimmter Standards für Verbesserungen sorgen, allerdings sind sie in ihrer Effizienz ein wenig eingeschränkt: Es werden mehr Liter pro gefahrenem Kilometer benötigt als in der Vergleichsgruppe mit herkömmlichen Treibstoffen. Zentraler Vorteil ist jedoch: Die schadstoffarme Variante funktioniert auch in den existierenden Verbrennungsmotoren. Somit können bestehende Infrastrukturen beibehalten und bestehende Automobile mit Verbrennungsmotoren weiterhin genutzt werden. Die Verwendung regenerativer Energie bietet hier offensichtlich die große Chance für einen nachhaltigen Gesamtprozess. E-Fuels sind überdies ungiftig und können nicht explodieren.

Elektromotoren hingegen erfordern Ladesäulen, zudem sind neue Technologien nötig, um den CO-2 Ausstoß weiter zu verringern, was sich auch als eine sehr teure Option herausstellen könnte. Kritisiert wird vor allem, dass zwar einerseits die Motoren keine Schadstoffe  ausstoßen, der Strom wohlgemerkt aber nach wie vor erzeugt werden muss. Quoten für Elektroautos sind zudem derzeit gesamtgesellschaftlich nicht mehrheitsfähig.

Grundsätzlich gesehen bietet die Elektro-Beförderung dennoch ernstzunehmende  Potenziale, ein weiteres Vorantreiben der Forschung ist definitiv zu empfehlen. Eine wichtige Voraussetzung wäre allerdings eine möglichst unbürokratische Forschung und der Abbau von Überregulierungen in diesem Sektor. Im Best Case Szenario könnte die Marke von 200.000 Elektrofahrzeugen bis Ende 2018 durchbrochen werden. Insbesondere gesteigerte und veränderte Mobilitätsbedürfnisse müssen sinnvoll in Zukunftskonzepte eingearbeitet werden und hier gibt es noch sehr viel zu tun, aber immerhin sind bereits gute Ansätze und Schritte in die richtige Richtung zu verzeichnen. 

7.Investitionen in die Energie der Zukunft

Der BVMW setzt sich für den Klimaschutz ein und zieht daher bei der Energie- und Klimawende mit. Zu den Grundbedingungen für ihr Gelingen gehört es allerdings für jeden Einzelnen, mit Energie und Wasser, Strom und Benzin bewusst und sparsam umzugehen und den Output eingesetzter Ressourcen zu steigern. Die meisten KMU setzen in Fragen der Energie auf Verbrauchs–Effizienz und Nachhaltigkeit. Nichtsdestotrotz wirbt der Verband auch für die Bezahlbarkeit der Veränderungen. Nur wenn der Standort Deutschland für den Mittelstand erschwinglich bleibt, kann dieser sich insgesamt stabil und nachhaltig entwickeln.

Vor dem Hintergrund, dass die fossilen Energieträger, Kohle, Erdöl und Erdgas, nicht unendlich zur Verfügung stehen und der Klimawandel voranschreitet, sind mit der Energiewende für die Tragfähigkeit Deutschlands sicherlich die richtigen Weichen gestellt worden. Längerfristig sollten Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit der Maßnahme die initiativ entstandenen Kosten aufwiegen. Klimawandel und immerwährende Ressourcenknappheit sind als die bestimmenden Herausforderungen unserer Zeit nicht kleinzureden. Der Umgang mit ihnen bestimmt, wie nachfolgende Generationen leben werden.

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