Energie

Deutschland hat sich für die Energiewende entschieden. Atomenergie und fossile Energieträger werden Schritt für Schritt durch erneuerbare Energie ersetzt. Das ist nicht umsonst zu haben, Berechnungen der Bundesregierung gehen von einer halben Billion Euro bis 2050 aus. Der Umbruch zeigt sich auch global: zunehmendem Wettbewerb in Europa steht die Konzentration weltweiter Gas- und Ölreserven unter dem Dach weniger Staatsfirmen entgegen.

Energie

1.Energiewende

Die Energiewende, mit dem im Jahr 2000 beschlossenen Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) und dem 2011 beschlossene Atomausstieg, hat nach einer langen und intensiv geführten Debatte in Deutschland die Stromversorgung beträchtlich verändert. Der Ruf nach einem höheren Anteil erneuerbarer Energien am Energie–Mix wird lauter. Die Kohleverstromung, jahrzehntelang das Rückgrat der deutschen Stromversorgung, wird deshalb in absehbarer Zeit abgeschaltet. Aus Atomkraft erzeugter Strom hat hier, aufgrund wiederholter Atomkatastrophen weltweit und auch wegen der ungeklärten Frage der Endlager, keine Perspektive mehr. Die letzten Atomkraftwerke werden bis 2022 abgeschaltet. Stattdessen prägen Windparks, Bioenergiepflanzen und Photovoltaikanlagen zunehmend das Landschaftsbild. Strom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen ist mittlerweile günstiger, als aus neuen Kohle-, Gas- oder Atomkraftanlagen. Zwar verursacht die Energiewende hohe Kosten, sie birgt aber auch beträchtliche Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmer. Elektrische Kraft aus Wasser oder Wärme der Sonne zu erzeugen vermag möglicherweise langfristig nicht nur Emissionen zu verringern, sondern auch standortsbezogene Wettbewerbsvorteile für deutsche Unternehmer zu schaffen.

2.Bedarf an Energieträgern und Kraftstoffen

Aufgrund der Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch, steigt der Energiebedarf nicht mehr weiter. Um die Klimaziele einhalten zu können, bedarf es jedoch einer deutlichen Senkung des Energieverbrauchs. Mittelständische Unternehmer sind oft in energieintensiven Geschäftsfeldern tätig. Deshalb könnten hier energieeffiziente Anlagen auf Dauer nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Natur schonen.

3.Stromengpässe

Mit der Zunahme von Strom aus erneuerbaren Energien steigt der Bedarf Strom zu speichern oder durch ein Lastmanagement intelligent handhaben zu können. Dafür stehen zahlreiche innovative Technologien zur Verfügung – von der Batterie als Kurzzeitspeicher über saisonales Speichern von Wärme bis hin zu in großen Mengen speicherbarem und aus Strom hergestellten Wasserstoff, synthetisches Gas und synthetischen Kraftstoffen. Diese werden auch für die Dekarbonisierung der Sektoren Wärme und Verkehr benötigt.

4.Infrastruktur und Netzausbau

Die Infrastrukturen, auf deren reibungslosen Funktionieren unsere Wirtschaft basiert, hängen in weiten Stücken von einer konstanten Energieversorgung ab. Computer, Maschinen, Licht, letztlich auch der Arbeitsweg – sofern er nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt wird – benötigen Energie. Diese Abhängigkeit wirft eine Vielzahl an Zukunftsszenarien mit Fragestellungen und Herausforderungen auf. Die zentrale Einsicht: Ohne eine dauerhafte und stabile Versorgung mit Energie, kann unsere moderne Gesellschaft nicht funktionieren. Der Netzausbau muss deshalb vorangebracht werden. Eine dezentrale Energiewende nach dem Konzept „so dezentral wie möglich, so zentral wie nötig“ verringert dabei den Netzausbaubedarf und damit auch die Kosten.

5.Gesamteindruck

Erneuerbare Energien tragen immer stärker zur Energieversorgung in Deutschland bei. Im Jahr 2018 wurde bereits über 200 TWh Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Damit lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch bei fast 40 Prozent. Allerdings liegt der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung im Lande insgesamt nur bei 16,6 Prozent.

Eine sinnvolle Nutzung und zukünftige Speicherung von sogenanntem Überschussstrom an windreichen Tagen sollte durch die Festlegung der richtigen Rahmenbedingungen endlich ermöglicht werden. Zahlreiche innovative Technologien existieren dafür bereits – sind aber unter aktuellen Marktbedingungen nicht wettbewerbsfähig. Die Digitalisierung von Prozessen und Innovationen in der Energiewirtschaft sollten stärker gefördert werden, um die Resilienz des Stromsystems zu erhöhen. Sowohl der Ausbau erneuerbarer Energien als auch die Steigerung der Energieeffizienz führen bei den mittelständischen Unternehmen zur Entstehung neuer Jobs, neuer Produkte, neuer Technologien und neuer Exportmöglichkeiten. Je mehr Strom, Kraftstoffe und Wärme aus eigenen – alternativen – Quellen kommen, desto weniger Einfuhren von Erdöl, Erdgas und anderen fossilen Energieträgern sind notwendig.

6.Mobilität: E-Fuels und E-Verkehr

Die Steigerung der Transportmengen und die zunehmende Mobilität der Bevölkerung sind eng mit den Fragen der Nachhaltigkeit und des Umwelt- und Klimaschutzes verwoben. Autofahrer kaufen immer häufiger SUVs oder fahren öfter und weitere Strecken, sodass der Verbrauch insgesamt nicht sinkt, sondern steigt. Der Verkehrssektor ist verantwortlich für ein Fünftel der CO2 Emissionen. Neben batterieelektrischen und Brennstoffzellenfahrzeugen bieten E-Fuels, hergestellt aus Strom, Wasser und CO2, sofern basierend auf erneuerbarer elektrischer Kraft, eine klimaneutrale Option. Zentraler Vorteil von E-Fuels ist: Die schadstoffarme Variante funktioniert auch in den existierenden Verbrennungsmotoren. Somit können bestehende Infrastrukturen beibehalten und vorhandene Automobile mit Verbrennungsmotoren weiterhin genutzt werden. Die Verwendung regenerativen Stroms bietet hier offensichtlich die große Chance für einen nachhaltigen Gesamtprozess.

Ende 2018 gab es bereits mehr als 150.000 Elektrofahrzeugen, davon 83.000 Elektro-PKW und 67.000 Plug-in-Hybride. Insbesondere gesteigerte und veränderte Mobilitätsbedürfnisse müssen sinnvoll in Zukunftskonzepte eingearbeitet werden - hier gibt bereits gute Ansätze und Schritte, die in die richtige Richtung gehen. 

7.Investitionen in die Energie der Zukunft

Der BVMW setzt sich für den Klimaschutz ein und unterstützt deshalb die Energie- und Klimawende. Die meisten KMU setzen in Energiefragen auf Energieeffizienz, Eigenstromerzeugung und Nachhaltigkeit. Nichtsdestotrotz wirbt der Verband neben der Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit auch für die Bezahlbarkeit von Energie. Nur wenn der Standort Deutschland für den Mittelstand bezahlbar bleibt, kann dieser sich insgesamt stabil und nachhaltig entwickeln.

Vor dem Hintergrund, dass der Klimawandel voranschreitet, muss die Politik im Rahmen der Energiewende die richtigen Rahmenbedingungen setzen. Klimawandel und der Verlust an Biodiversität sind als die bestimmenden Herausforderungen unserer Zeit nicht kleinzureden. Der Umgang mit ihnen bestimmt, wie nachfolgende Generationen leben werden.

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Soli muss weg für alle!

 

#Soliweg


Das Soli-Gesetz der GroKo benachteiligt Millionen Steuerzahler, ein klarer Verstoß gegen das Grundgesetz. Der Soli gehört deshalb vollständig und für alle ab dem 1. Januar 2020 abgeschafft.

Dafür kämpft der Mittelstand BVMW – notfalls per Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe.